Müllverbrennung mit Bahnanschluss (Tridel)
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Die Müllverbrennungsanlage Tridel in Lausanne ist eine technische Spezialität. Ein unterirdischer Güterbahnhof und eine direkte Verbindung zum nahe gelegenen Fernwärmekraftwerk stellen höchste Anforderungen an die Automatisierung, bei der zudem Gebäude- und Prozesstechnik kaum noch sinnvoll zu trennen sind. Ein Fall für das WAGO-I/O-SYSTEM.
Hardware überwindet Unternehmensgrenzen
Die Tunnelanbindung beeinflusste auch maßgeblich die Gebäudeautomation von Tridel, denn die SBB, die Schweizerische Bundesbahnen AG, hat dort für technische Alarme, Statusmeldungen und Beleuchtung und WAGO Ethernet Controller eingesetzt. Realisiert hat dies der WAGO Solution Provider S.C.A J.Andujar Software Controls Applications in Morges. Zukünftig sollen vor allem die Alarme in der Leitwarte von Tridel auflaufen, da diese 24h am Tag besetzt ist. „Um die geplanten Schnittstellen zwischen unserer Leittechnik und den Signalanlagen der CFF möglichst einfach zu realisieren, blieb uns gar nichts anderes übrig, als auch WAGO einzusetzen“, meinte Jean-Daniel Zurcher, Mitarbeiter von Tridel SA, scherzhaft. Unglücklich war man über diesen Sachzwang nicht, denn auch zum Anschluss von PC-Vue, der Visualisierung für die Tridel-Leittechnik, ist das WAGO-I/O-SYSTEM ideal. Die gesamte Industriegebäudetechnik ist über WAGO-Ethernet-Controller angeschlossen. Neben den klassischen Gewerken Heizung, Lüftung, Klima und technische Alarme, gehören dazu auch die Sanitärtechnik nebst Verbrauchserfassung und die Druckluftversorgung. Eine Besonderheit der Heizung ist, dass sie statt mit einem Heizkessel mit der Dampfproduktion aus dem Verbrennungsprozess betrieben wird. Hier, wie auch an vielen anderen Stellen, verwischen die Grenzen zwischen Gebäude- und Anlagenautomation. Da das WAGO-I/O-SYSTEM in beiden Welten zu Hause ist, ersparte es bei Tridel den Parallelbetrieb mehrerer Systeme. Zwanzig, über die Anlage verteilte WAGO-Feldbusknoten steuern alle Gewerke und verbinden sie mit der Leittechnik. Lediglich eine besonders schnell laufende Turbine benötigte eine separate SPS. Die Verdrahtung setzt auf die IT-Infrastruktur (Datennetz und Schaltschränke) des Gebäudes auf, bildet aber ein eigenes Netz.
Die Tridel-Gebäudeautomation erstreckt sich bis in das Fernwärmenetz. Das eigentliche Fernwärmekraftwerk „Pierre de Plans“ ist ca. 900 m von Tridel entfernt. Die Heißwasserdurchleitung und der Energietransfer laufen durch eine unterirdische, so genannte Technische Galerie. Über die ganze Strecke wird der Temperaturverlauf mit dem Redguard-System der Firma Bartec erfasst. Die Sensoren im 10m-Abstand dienen der raschen Ortung von Lecks. Das WAGO-I/O-SYSTEM ermöglichte es, die Sensoren ohne zusätzliche Umformer direkt per Modbus zu erfassen.
Einheitliche Infrastruktur mit offenem Konzept
Valéry Jordan war sehr zufrieden mit dem Ergebnis. „Für uns ist Tridel eine Visitenkarte, unser Einstieg in die Automatisierung jenseits der reinen Gebäudetechnik. Wir haben bisher sehr viel mit EIB und mit proprietären Systemen gearbeitet. Die Offenheit von WAGO war eine völlig neue Erfahrung.“ Und er blickt bereits in die Zukunft: „Über das WAGO-I/O-SYSTEM haben wir auch die Federklemmtechnik schätzen gelernt. Bei Tridel mussten während der Inbetriebnahme einige Frequenzumrichter umverdrahtet werden; es gab da EMV-Probleme. Mit den dort eingesetzten Schraubklemmen war das sehr zeitaufwändig. Mit der Frontverdrahtung von WAGO wäre das viel einfacher gewesen.“ Jean-Daniel Zurcher ergänzt: „Eine Schraubverbindung kann schnell zur Fehlerquelle werden. Deshalb haben wir bei der Inbetriebnahme die Verkabelung mit einer Infrarotkamera überprüft. Diese Zeit könnte man einsparen.“
Heute, fast drei Jahre nach der Inbetriebnahme lässt sich das Steuerungskonzept als gelungen bezeichnen, der Spagat zwischen Gebäude- und Anlagenautomation ist geglückt. Dank des WAGO-I/O-System genießen die Betreiber im täglichen Betrieb und bei Wartungsarbeiten alle Vorteile einer einheitlichen Infrastruktur. Die Überwachung der gesamten Anlage, von der unterirdischen Bahnverladestation bis zum Übergang in das Fernwärmekraftwerk kann von der zentralen Leitwarte auf erfolgen.
WAGO Contact SA
Gérard Berset
Area Sales Manager
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