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BMW Produktionshalle: Neuer Beleuchtungsstandard ersetzt alte Beleuchtung

Ein von WAGO entwickeltes Lichtkonzept reduziert in den Produktionshallen von BMW den Energiebedarf der Beleuchtung um mehr als ein Viertel.

Bei Automobil- und Motorradliebhabern ist BMW seit Jahrzehnten ein fester Begriff, bei Experten der Gebäude- und Automationstechnik seit Kurzem ebenso. Die einen denken an innovative Motoren und Fahrzeuge, die anderen an eine neue Beleuchtungssteuerung, welche die Energiekosten der Münchener Traditionsmarke um rund 30 Prozent senkt. Die auf WAGO-Komponenten basierende Lösung baut BMW nun im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie schrittweise zum unternehmensweiten Standard aus.

Umweltbewusstes Handeln ist nur dann wirklich wirksam, wenn beides betrachtet wird: das Produkt an sich ebenso wie sein gesamter Entstehungsprozess. Weil beim Autobauer BMW zudem ökonomische und soziale Aspekte im Vordergrund stehen, ist das Unternehmen seit 1999 durchgängiges Mitglied im „Dow Jones Sustainability Group Index“. Um dem Aktienindex für nachhaltig wirtschaftende Firmen auch zukünftig anzugehören, arbeitet man in München kontinuierlich an Handlungsprogrammen zur Energieoptimierung.

BMW Produktionshalle

  • Hallenbeleuchtung auf dem Prüfstand
  • Benutzerfreundliches und flächenorientiertes Konzept
  • Automatisierte und durchgängige Workflows

Hallenbeleuchtung auf dem Prüfstand

Eine solche Maßnahme stellte auch die bestehende Beleuchtungstechnik in den Produktionshallen auf den Prüfstand. Und das, obwohl in diesem Bereich bereits in der Vergangenheit über eine neue zentrale Leittechnik wesentliche Optimierungen erzielt wurden. Dazu zählt unter anderem, dass die Hauptbeleuchtung der Produktionshallen in den Pausenzeiten ausgeschaltet wird. Ebenso wurde schon die Möglichkeit genutzt, bei dreiphasigen Stromschienen einzelne Phasen nach Bedarf abzuschalten. Bei den installierten Stromschienen mit traditionellen Vorschaltgeräten waren ohne weitere technische Veränderungen jedoch bald alle Einsparpotentiale ausgeschöpft.

Wie weit der angestrebte Optimalzustand aber noch entfernt war, zeigte den Verantwortlichen allein schon ein Blick auf die damalige Beleuchtungsplanung: Alle Leuchtmittel wurden zwar unter Berücksichtigung der alterungsbedingten Leuchtstärkenminderung geplant. Weil jedoch der technische Aufwand für die regelmäßige manuelle Anpassung zu aufwändig gewesen wäre und für eine automatische Regulierung die notwendigen Technologien nicht vorhanden waren, wurden sie von vorneherein mit deutlich überdimensionierter Helligkeit eingebaut. Nur so konnte sichergestellt werden, dass zum vorbestimmten Wartungszeitpunkt die Leuchtstärke noch den normativen Anforderungen gerecht wurde. Zwangsläufig resultierte dieses Konzept in einem nicht effizienten, weil unnötig hohen Energieverbrauch.

Benutzerfreundliches und flächenorientiertes Konzept

Im Anschluss an die zentrale Leittechnik musste zwangsläufig also auch die Hardware auf der Automatisierungsebene auf den neuesten Stand gebracht werden. Und zwar mit einer Lösung, die bei neu errichteten Produktionshallen, die im Feld mit DALI und EnOcean ausgestattet sind, ebenso eingesetzt werden kann wie bei Retrofit-Projekten, in denen die bestehende konventionelle Technik beibehalten werden soll. Dass beides – also alte und neue Technologien – auch problemlos miteinander kombiniert werden kann, war für den zuständigen Elektroplaner Jörg Tratzl ein Grund, sich schließlich für Komponenten von WAGO zu entscheiden. Ein weiterer Grund bestand in der besonders benutzerfreundlichen Handhabung, die WAGO für BMW zur Steuerung der lichttechnischen Betriebsgeräte entwickelt hat.

Das neue Lichtverteilerkonzept ist nämlich nicht nur aus technischer Sicht up to date, es stellt darüber hinaus die Belange des Endkunden in besonderer Weise in den Mittelpunkt: Im Gegensatz zu den bisherigen Lichtverteilern muss der Elektroinstallateur weder bei der Inbetriebnahme noch bei der täglichen Arbeit langwierig programmieren. Stattdessen wird die flächenorientierte Software ausschließlich über Parametereinstellungen den individuellen Bedürfnissen angepasst – und zwar über die grafische Oberfläche jedes beliebigen Internet-Browsers. Das spart einerseits Zeit, andererseits wird kein zusätzliches Know-how benötigt; im Ergebnis lassen sich so neben den Energiekosten auch die Ausgaben für das Engineering deutlich senken. Grundlage hierfür bilden die ETHERNET-Controller des WAGO-I/O-SYSTEMs 750, die mit Busklemmen für DALI, EnOcean sowie für herkömmliche analoge und digitale Ein- und Ausgänge in den Schaltschränken vor Ort in den Produktionsgebäuden untergebracht sind. Dort übernehmen sie die Steuerung jedes einzelnen Vorschaltgerätes.

Auf diese Weise kann die Beleuchtung entsprechend der Beleuchtungsplanung jetzt automatisiert gedimmt werden. So wurde die erste spürbare Energieeinsparung erzielt – und zwar bei gleichzeitiger Erfüllung der strengen Betriebsvorgaben. Bei der Nutzung von DALI ergibt sich zudem ein weiterer Vorteil: Anstatt komplette Stromkreise schalten zu müssen, kann nun über sogenannte Kurzadressen jede einzelne Leuchte separat angesprochen werden. Die dadurch gewonnene Individualität lässt sich dazu nutzen, Kurzadressen zu Gruppen zusammenzufassen. So können via Web-Visualisierung von WAGO am Bildschirm virtuelle Räume gebildet werden, die – wie man es von physikalischen Räumen her kennt – eigenständig gesteuert werden. Für die Produktionshallen bei BMW bedeutet dies, dass die Beleuchtung mit wenigen Mausklicks auf bauliche Veränderungen und Umnutzungen angepasst werden kann.

Automatisierte und durchgängige Workflows

In weit über 100 Installationen hat sich der von BMW standardisierte Lichtverteiler an unterschiedlichsten Standorten der Unternehmensgruppe bewährt. Die einfache Parametrierung der WAGO-Steuerung über den Internet-Browser hat die Inbetriebnahmezeit pro Lichtverteiler von damals mehreren Tagen auf heute wenige Stunden verkürzt. Über steckbare Sockel etwa lassen sich Relais mit ein paar Handgriffen ein- und ausbauen. „Das reduziert natürlich auch die Kosten im laufenden Betrieb, weil Wartungsarbeiten schneller ausgeführt werden können“, erklärt Jörg Tratzl.

Der Hardware-Austausch sei aber das einzige, was bei BMW noch manuell gemacht werden müsse, betont der Elektroplaner abschließend: „Weil die ETHERNET-Controller von WAGO auch direkt mit der Plant-Management-Software kommunizieren, konnten wir diesen Workflow geradezu perfektionieren: Defekte Leuchten werden positionsgenau gemeldet, Betriebsstundenzähler nach dem Wechsel zurückgesetzt, Helligkeiten angepasst.“

Warum WAGO:

  • Reduzierung des Energiebedarfs der Beleuchtung um mehr 30 %
  • Inbetriebnahme und Anpassungen gänzlich ohne Programmieraufwand
  • Parametrierung via Internet-Browser spart Zeit und erfordert kein zusätzliches Know-how

von Jürgen Pfeifer | 19.03.2013

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