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Thüringer Ingenieure begeben sich auf alternative Wege und entwickeln Druckluftheizkraftwerk.

20. November 2018
Druckluft zum Nulltarif

Der Spruch „nichts als heiße Luft“ – kann nicht von Michael Portwich stammen. Denn für den Ingenieur aus Mühlhausen in Thüringen ist heiße Luft die zündende Idee seiner Unternehmensgründung vor drei Jahren gewesen. „altAirnative“ heißt das Unternehmen, das so langsam aus der steinigen Start-up-Phase heraus gewachsen ist und schon erfolgreich in den ersten Firmen im Einsatz ist – auch WAGO in Sondershausen zählt zum Kundenkreis. Doch zurück zum Anfang. Denn vor der Idee gab es erst mal ein Problem.

Druckluft ist ein teurer Energieträger – der Energieaufwand, der zum Komprimieren der Luft aufgewendet wird, ist beachtlich. „10 … 30 % der Stromkosten eines Unternehmens, das mit Druckluft arbeitet, gehen allein für die Gewinnung des Energiemediums drauf“, weiß Portwich. Die Einsatzmöglichkeiten von Druckluft sind vielfältig und meist unverzichtbar. Industrieanlagen verwenden Druckluft zum Beispiel für den pneumatischen Antrieb und Transport von Schüttgut oder Flüssigkeiten, denn druckluftbetriebene Anlagen zeichnen sich durch Schnelligkeit und Präzision aus. Die Wärmeenergie, die entsteht, wenn Druckluft erzeugt wird, bleibt meist ungenutzt. Geld, das sich quasi in Luft auflöst. Energieberater Michael Portwich hat dieses Problem in seiner täglichen Arbeit erkannt und als Ingenieur ist er es gewohnt, Probleme nicht nur zu erkennen, sondern auch zu lösen. Dabei wäre es zu naheliegend gewesen, einfach nur die produzierte Wärme weiter zu nutzen. Portwich ist einen Schritt weitergegangen, hat den gesamten Prozess auseinandergenommen und neu zusammengesetzt. Herausgekommen ist dabei die Idee des ersten Druckluftheizkraftwerkes (DHKW). „Wir machen hier keine Raketentechnik, sondern denken Lösungen konsequent weiter“, beschreibt Geschäftsführer Michael Portwich bescheiden seine Firma „altAIRnative“. Dabei ist die Idee, die hinter dem Unternehmen steckt, revolutionär. Denn anders als bei der normalen Drucklufterzeugung ist nicht Wärme das Abfallprodukt, sondern es funktioniert genau umgekehrt: Bei der Wärmegewinnung durch das Druckluftheizkraftwerk (DHKW) entsteht Druckluft als Nebenprodukt. „Der Kunde erhält seine Druckluft quasi kostenlos“, fasst Portwich den ökonomischen Vorteil des DHKW zusammen. Doch damit nicht genug. Portwich wollte noch einen Schritt weiter gehen und hat sich auch beim Antrieb der Anlagen einen alternativen Weg einfallen lassen, der deutlich CO2 spart. Statt mit Strom erzeugt das DHKW mittels eines gasbetriebenen Verbrennungsmotors Wärme, auf einem Temperaturniveau von 90 bis zu 108 °C, welche industriell genutzt werden kann. Über eine Kupplung wird zeitgleich ein hocheffizienter Schraubenverdichter angetrieben. Die erzeugte Druckluft mit bis zu 13 bar fällt quasi als Nebenprodukt ab. Da auf diesem Weg der Drucklufterzeugung kein Strom benötigt wird, entfallen also die hohen Stromkosten. „Ich bin als Querdenker bekannt, und wenn ich von einer Idee überzeugt bin, suche ich mir Mitstreiter“ – beschreibt Geschäftsführer Portwich die Anfänge seiner Unternehmensgründung. Einen solchen Mitstreiter hat er gleich zu Beginn in seinem zweiten Geschäftsführer, dem Maschinenbauer Jens Tiede gefunden.

» Wir machen hier keine Raketentechnik, sondern denken Lösungen konsequent weiter «

Michael Portwich, Geschäftsführer bei altAIRnative

Zusammen haben die beiden Ingenieure 2016 einen Prototypen ihrer Idee entwickelt und beschlossen, alternative Wege in der Energiegewinnung zu gehen. „Der Name altAIRnative ist bei uns Programm“, unterstreicht Tiede. Neben Geschäftspartner Tiede hat Portwich noch zwei weitere Partner von seiner Idee begeistern können: die AITEC Holding GmbH und die enertec Kraftwerke GmbH, die als Gesellschafter der altAIRnative GmbH fungieren. Beide Firmen vereinen genau das Fachwissen, das in dem Druckluftheizkraftwerk von Portwich und Tiede zusammenkommt. Während die AITEC Holding GmbH unter anderem Drucklufttechnik in Industrieanlagen plant, projektiert und umsetzt, ist die enertec Kraftwerke GmbH Hersteller von Blockheizkraftwerken.

» Wir versuchen bewusst, neue Wege zu gehen und die TOPJOB® S mit Hebel ist dabei ein weiterer Baustein für unser innovatives Produkt. «

Michael Portwich, Geschäftsführer bei altAIRnative

Mittlerweile ist WAGO nicht nur einer der ersten Kunden von altAIRnative, sondern auch Partner. Als Portwich und Tiede auf der Hannover-Messe, im Frühjahr 2018, auf die neue Reihenklemme TOPJOB® S mit Hebel stießen, war den beiden Ingenieuren sofort klar, dass das neue WAGO-Produkt perfekt in den Schaltschrank des DKHW passt; denn gerade am Übergabepunkt zum Kunden muss der Anschluss des DHKW unkompliziert und selbsterklärend sein. „Wir versuchen bewusst, neue Wege zu gehen und die TOPJOB® S mit Hebel ist dabei ein weiterer Baustein für unser innovatives Produkt. Sie ist intuitiv und ohne Werkzeug bedienbar. Das macht es für unseren Kunden einfach“, erklärt der Mühlhäuser Ingenieur Portwich. Sein Partner Tiede ergänzt: „Für uns ist es wichtig, ein geschlossenes Produktportfolio im Schaltschrank zu haben. Außerdem muss die Anlage ab Auslieferung sofort in den Betrieb gehen können – denn das spart bares Geld für unseren Kunden.“ Neben der Qualität des Produktes loben die beiden Gründer auch den Service von WAGO bei der Zusammenarbeit. Portwich über die Zusammenarbeit: „Der Außendienst von WAGO ist wirklich genial und hilft uns, so manche Herausforderung zu meistern. So macht die Zusammenarbeit einfach Spaß.“

Autorin: Lena Kalmer, Communication Manager, WAGO

Druckluft neu gedacht

Michael Portwich und sein Geschäftspartner Jens Tiede haben eine Vision. Sie haben sie altAIRnative getauft und sie mit den WAGO Reihenklemmen TOPJOB® S mit Hebel umgesetzt. Weshalb das gut für den Planeten und gut für die Kunden von altAIRnative ist, zeigt dieses Video.

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