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Gut gerüstet im Gefahrenbereich

Tankwagen müssen an den Flughäfen dieser Welt täglich Höchstleistungen vollbringen. Eng getaktete Flugpläne und strikte Sicherheitsvorschriften bestimmen den Alltag der Laster und ihrer Fahrer. Das brasilianische Unternehmen Rucker hat sich auf die Ausstattung von Flugzeugtankwagen spezialisiert und realisierte kürzlich ein großes Projekt für den staatlichen Flughafenbetreiber Infraero.
An den meisten großen Verkehrsflughäfen werden Passagier- und Transportflieger mittlerweile über unterirdische Kerosin-Pipelines versorgt. Ein Airbus A380 beispielsweise kann bis zu 310.000 Liter Kerosin tanken, ein durchschnittlicher Tankwagen transportiert dagegen gerade einmal 40.000 Liter. Die Betankung würde somit sehr lange dauern. Deshalb sind an Flughäfen sogenannte Hydrantenwagen im Einsatz. Über sie gelangt das Kerosin aus dem Pipelinesystem in das Flugzeug. Neben der enormen Zeitersparnis reduziert diese Methode auch die Gefahr, die von den umherfahrenden Kersosinlastern ausgeht. Es sieht zwar sehr einfach aus, wenn die speziell ausgebildeten Flugzeugtankwarte fachmännisch Schläuche zusammenschließen und die Betankung dann per Fernbedienung steuern, doch dahinter steckt ein komplexes technisches System. So dienen die Tankwagen unter anderem dazu, den Druck von etwa zehn Bar, mit dem das Kerosin aus der Unterfluranlage kommt, auf 3,5 bar zu senken. Ist der Druck zu groß, können die Tanks im Innenraum und den Flügeln des Flugzeuges beschädigt werden. Über den Tankwagen kann zudem die gesamte Betankung gestartet, kontrolliert und beendet werden. Die Automatisierungs- und Regelungstechnik für diese anspruchsvollen Anwendungen liefert das Unternehmen Rucker.

So unterstützt Sie WAGO im Ex-Bereich:

  • Das WAGO-I/O-SYSTEM 750 XTR für den Ex-Bereich besteht selbst in extremsten Bedingungen.
  • Die zulässige Umgebungstemperatur von -40 °C bis +70 °C ermöglicht den Einsatz in allen klimatischen Zonen ohne den Schutz durch Klimageräte.
  • Die erhöhte Spannungsfestigkeit und Störsicherheit lässt selbst den Einsatz in Mittelspannungsanlagen zu.

  • Die extreme Vibrations- und Schockfestigkeit genügt sogar den Anforderungen für Schienenfahrzeuge und dem Einbau an Schiffsdieselmotoren.

Umstellung auf SPS und Federklemmtechnik

Im Zuge der Modernisierung seiner Lasterflotte betraute der brasilianische Flughafenbetreiber Infraero Rucker mit der Konzeption und Umsetzung einer Lösung zur Kontrolle der Bedienlogik. Diese sollte mit einer SPS sowie I/O-Modulen zur Signalerfassung ausgestattet sein und in einem Schaltschrank in der Fahrerkabine des Tankwagens installiert werden. Schon lange wollte man bei Rucker das alte relaisgesteuerte System der Laster auf SPS-Technologie umstellen. „Ein erstes Projekt dazu wurde seinerzeit mit Schraubsystemen umgesetzt. Jedoch mit keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Die Dynamik der Lkw wurde aufgrund der ständigen Bewegung und der Veränderungen in der Umgebungstemperatur zu einem Problem: Fahrzeuge blieben wegen schlechter Kontakte einfach stehen, was das System unzuverlässig machte,“ berichtet Rafael Mendes, Geschäftsführer von Rucker.

Erhöhte Anforderungen im Flughafeneinsatz

Um die bisherigen Probleme zu lösen, setzte WAGO-Vertriebspartner „Planen Automação" aus São Paulo bei Rucker auf die Federklemmentechnologie und eine Gesamtlösung aus Controller und I/O-Modulen für den explosionsgefährdeten Bereich. Diese können gemeinsam mit Standard-I/O-Modulen auf einem Bus installiert werden und machen die bisherige Verwendung einer intrinsischen Barriere unnötig. Das Konzept wurde speziell auf die erhöhten Anforderungen im Flughafeneinsatz, insbesondere im Umgang mit explosionsfähigen Atmosphären abgestimmt. Die weitaus größere Hürde bestand nun jedoch in der entsprechenden Zertifizierung der Komponenten.

Standard-I/O-Module und Komponenten für den Ex-Bereich werden auf einem Bus platzsparend im Schaltschrank verbaut.

Zertifizierung nach brasilianischen Standards

Der staatliche Flughafenbetreiber Infraero forderte allerdings eine die Zertifizierung für Gefahrenbereiche durch das Nationale Institut für Messtechnik, Qualität und Technologie INMETRO. Planen Automação leitete dich erforderlichen Prozess für die Zertifizierung ein, um das nationale Zertifikat von der Zertifizierungsgesellschaft TÜV Brasilien zu erhalten. Im Anschluss daran konnte das Zulassungsverfahren für die Produkte in die Wege geleitet werden. Unterstützung kam auch von WAGO Minden, wo man mit derartigen Zertifizierungsprozessen bestens vertraut ist.

Einfache Montage und bessere Sichtbarkeit

Nachdem schließlich alle Formalitäten geklärt waren, konnte die Umsetzung des Projektes beginnen. Für Rucker wurde der Schaltschrank dank eigensicherer Ex-i-Module mit nur einer Software für Programmierung und Kommunikation kompakter. Vor der WAGO-Lösung montierte das Unternehmen die Ex-i-Barrieren getrennt von den Steuerungen, wofür eine Software für die Programmierung der Barriere und eine weitere für die Programmierung der Steuerung erforderlich war. Die kompakten Module optimierten auch die Anordnung im Schaltschrank dank einer einfacheren Montage und besserer Sichtbarkeit.

Steuerungskommunikation via Ethernet-Netzwerkkabel

Da die Module eine Federverbindung haben, ging die Montage schneller vonstatten und die Verbindungen waren höherwertig. Die leicht zugängliche Steuerungskommunikation via Ethernet-Netzwerkkabel ist ein weiterer Vorteil des neuen Systems. Zuvor war ein Kommunikationskabel für die Steuerung und ein weiteres für die Exi-Barriere erforderlich. Der Fokus bei den neuen Systemen liegt vor allem auf der schnellen und einfachen Anpassung und Optimierung von Parametern sowie dem Hinzufügen von Funktionen auf Kundenwunsch vor Ort. Daneben verbessern eine bedienfreundliche Software und Ethernet-Kommunikationskabel den technischen Support etwa durch Remote über das Internet.

Der Hydrantenwagen mit Ausstattung von Rucker; heute fahren bereits 39 dieser Fahrzeuge an brasilianischen Flughäfen.

Meilenstein für WAGO-Produkte in Brasilien

Von den vier ursprünglichen Lastwagen, die 2014 mit WAGO-Kits ausgestattet wurden, ist die Flotte bis heute auf 39 Fahrzeuge angewachsen (21 im Jahr 2015 und 14 im Jahr 2016). Die Konfiguration jedes Systems besteht aus einer SPS, dem Modell 750-881, digitalen Ein- und Ausgangskarten für 24 V sowie den digitalen Ein- und Ausgangsmodulen Ex-i. Das Paket umfasst auch Klemmen und Relais von WAGO. In Lkw von Rucker sind fast 9.200 WAGO-Produkte für Verbindung, Automatisierung, Schnittstellen und Identifikation verbaut. „Heute können wir uns auf ein ausfallfreies System verlassen, das sich einfach und aus der Ferne von unseren Technikern warten lässt, einschließlich Software-Upgrades“, freut sich Mendes. Seit der Umsetzung des Projektes für Rucker gehört WAGO zu den wenigen Herstellern von Controllern und I/O-Modulen, dessen gesamte Produktpalette von INMETRO für den Gefahrenbereich zertifiziert ist.

Text: Rodrigo Rodrigues | WAGO Brazil

Foto: WAGO

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