Interview
„Einfacher lässt sich Effizienz nicht umsetzen“

Energiemanagement gilt nach wie vor als komplexes Thema, das Unternehmen darum nur zögerlich anfassen. Dabei lassen sich nach Ansicht von Lukas Dökel, „Global Key Account Manager Current and Energy Measurement“ bei WAGO, Einsparpotentiale problemlos und schnell erschließen.
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Lukas Dökel, Global Key Account Manager Current and Energy Measurement, WAGO

Normen fordern von produzierenden Unternehmen eine genaue Dokumentation und fortlaufende Verbesserung ihrer Effizienz. Das klingt nach einer lästigen Verpflichtung. Inwieweit profitieren Unternehmen von Effizienzmaßnahmen?

Dökel: Wir begleiten Energiemanagementprojekte, bei denen Energieeinsparungen von bis zu 30 Prozent erreicht werden. Der Verbrauch lässt sich oft schon mit einfachen Mitteln senken, etwa durch Analyse der Lastkurve des Versorgers. Mit unserer Energiemanagement-Lösung können Unternehmen den nächsten Schritt machen und weitere Einsparmöglichkeiten finden, zum Beispiel bei ineffizienten Maschinen oder falsch klimatisierten Lagerhallen.

Wie sieht die WAGO-Lösung genau aus?

Dökel: Über den Controller PFC200 und das I/O-System 750 erfassen wir Messdaten verschiedener Medien und Einflussgrößen. Es lassen sich beliebige Sensoren und Messumformer einbinden, die Prozessgrößen wie Druck, Temperatur und Durchfluss mittels analoger und digitaler Eingänge aufnehmen. Bereits verbaute M-Bus-Zähler können einfach angebunden werden und liefern weitere Messgrößen Ihrer Prozesse. Mit EnOcean-Sensoren lassen sich Messkonzepte ohne vorhandene Infrastruktur erweitern und unterstützen, mit unserem Modul zur 3-Phasen-Leistungsmessung können Verbraucher detailliert überwacht und Verbräuche analysiert werden. Wir setzen bei der Datenerfassung auf ein offenes und flexibles System. Dadurch hat der Kunde alle Freiheiten und wird nicht in proprietäre Technik gezwungen.

Was leistet WAGO über das Messen hinaus?

Dökel: Die über den WAGO-Controller angebundenen Sensoren können über unsere integrierte Parametriersoftware „Energiemanagement“ schnell und einfach parametriert werden; eine aufwendige Programmierung entfällt damit. Dadurch haben Kunden die Möglichkeit, ohne Automatisierungskenntnisse die Messstandtiefe in ihrer Produktion zu erhöhen. Außerdem lassen sich Messstellen mithilfe der Software im Sekundentakt oder historisch in übersichtlichen Darstellungsformen visualisieren. So können Stromfresser schnell erkannt und optimiert werden. Einfacher lässt sich Effizienz nicht umsetzen.

» Wir erreichen Energieeinsparungen von bis zu 30 Prozent. «

Lukas Dökel | WAGO

Was können Unternehmen tun, die beim Energiemanagement weiter gehen und ihre Maschinen nicht nur überwachen, sondern auch automatisiert steuern wollen?

Dökel: Dank unserer offenen Schnittstellen können wir alle gesammelten Daten transparent zur weiteren Verarbeitung einem Manufacturing-Execution- oder Enterprise-Resource-Planning-System zur Verfügung stellen. Diese Systeme lösen dann auf Grundlage unserer Daten die Aktionen aus.

Energie- und Prozessdaten sind ebenfalls Grundlage für das Condition-Monitoring, die Zustandsüberwachung, oder Predictive Maintanance, die vorausschauende Wartung. Sind das bereits WAGO-Themen?

Dökel: In der intelligenten Fabrik können die Daten natürlich auch für diese Bereiche verwendet werden; ihre Nutzung bleibt nicht auf das Energiemanagement beschränkt. Bei Predictive Maintenance geht es darum, Unternehmen in die Lage zu versetzen, Defekte zu erkennen, bevor sie tatsächlich eintreten, anstatt auf einen Ausfall oder Störungen nur im Nachhinein reagieren zu können. Mit unserem System können sie einen Schritt in diese Richtung gehen. Es lassen sich Grenzwerte hinterlegen, um dem Service- und Wartungsverantwortlichen Anhaltspunkte zu geben, wo etwas in der Produktion nicht rund läuft und Ausfälle drohen. Mit diesem Wissen können größere Schäden rechtzeitig vermieden werden. Und es lässt sich für neue, kosteneffizientere Wartungsstrategien nutzen.

Ist eine Cloud-Anbindung möglich?

Dökel: Wir verfolgen das Trendthema intensiv und arbeiten dazu eng mit unserem Partner M&M Software zusammen. Unsere Software im Controller kann Daten direkt in eine Cloud senden und beispielsweise visualisieren. Ob der Controller die Daten dabei zu Microsoft Azure, Amazon Web Services oder IBM Bluemix schickt, bleibt dem Kunden überlassen. Auch Anbindungen an Third-Party-Lösungen sind dank des standardisierten Protokolls MQTT künftig machbar. Der Controller überträgt selektierte Werte automatisch in definierbaren Intervallen, und das dank des gehärteten Linux®-Betriebssystems besonders sicher. IT-Sicherheit ist bei uns von vornherein in Form einer layer-basierten Sicherheitsarchitektur integriert.

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