Referenz 3. April 2019
Tempomacher am Bau

Bauherren setzen immer häufiger auf modulare Gebäude, weil sie damit schnell und unkompliziert neuen Raum schaffen können. Die Firma Pitthan Elektrotechnik bringt zusätzliche Geschwindigkeit in den Bauablauf, denn mit WINSTA® von WAGO kann sie die Elektroinstallation einbaufertig vorbereiten.

Moderne Gebäudelösungen sind modular und bestehen aus einzelnen Raumquadern, die sich vor Ort in kürzester Zeit zu smarten Bauwerken zusammensetzen lassen – zeitlich begrenzt oder auch dauerhaft. „Traditionelle, auf dauerhafte Nutzung angelegte Massivbauten entsprechen immer weniger den Anforderungen von Bauherren und Investoren“, heißt es beim Bundesverband Bausysteme. Mobile Immobilien sind offenbar der Megatrend und dabei gleichzeitig der Beweis, dass digitale Lebens- und Arbeitswelten in der Baubranche Einzug gehalten haben.

Zwar erscheint die Vorstellung von Containergebäuden auf den ersten Blick wenig anziehend, aber in der Praxis präsentieren sich die Bauwerke durchaus mit attraktiven Linienführungen. „Den meisten Gebäuden sieht man nicht an, dass sie aus Containern zusammengebaut sind“, sagt Christoph Schlate, Geschäftsführer der Pitthan GmbH.

Moderne Gebäudelösungen – so unterstützt Sie WAGO:

  • WINSTA® macht die Elektroinstallation im Gebäude steckbar.

  • Vorkonfektionierte Komponenten beschleunigen die Installation vor Ort.

  • Farbliche Kodierungen reduzieren das Risiko von Fehlverdrahtungen.

Modulbau spart Zeit

Die Vorteile standardisierter Raummodule, die als Gebäude später ein orthogonales Raster bilden, finden sich vor allem im enormen Zeitgewinn beim Bau. Nach Schlates Erfahrung ist vom Baubeginn bis zur Schlüsselübergabe ein Zeitraum von sechs Monaten gängige Praxis. Diese Schnelligkeit versetzt die Bauherren in die Lage, schneller auf veränderte Bedürfnisse an den Raumbedarf reagieren zu können. Darüber hinaus verkürzen sich auch die Vorfinanzierungszeiten, weil die Immobilien mit Blick auf die Refinanzierung schneller genutzt werden können.

Früher war mehr Zeit, und deshalb ist alles mit NYM-Kabeln verlegt worden.

Hans Gerhardus, Projektleiter der Pitthan GmbH

Zeit spielt also in diesem speziellen Bereich der Baubranche eine maßgebliche Rolle, die entsprechend hohe Anforderungen an das Projektmanagement mit sich bringt. Die Spezialisten für Installation, Automation und Engineering von Pitthan aus Kirchen-Wehbach in Rheinland-Pfalz investieren deshalb viel Energie in die Arbeitsvorbereitung – um dann auf der Baustelle mit mehr Tempo das Gebäude zu installieren. „Früher war mehr Zeit, und deshalb ist alles mit NYM-Kabeln verlegt worden. Es gab aber auch mehr gut ausgebildete Handwerker auf den Baustellen“, erklärt Projektleiter Hans Gerhardus. Er arbeitet seit mehr als 30 Jahren für Pitthan und erlebt den Modulbautrend hautnah mit. „Für konventionelle Verlegung haben wir gar nicht mehr genug Fachkräfte.“

Gut vorbereitet mit WINSTA®

Mit WINSTA® von WAGO hat Pitthan Elektrotechnik mit seinen gut 100 Mitarbeitern in der Planung und Fertigung die Chance, die Elektroinstallation vor der Lieferung auf die Baustelle einbaufertig vorzubereiten. Vor Ort wird dann nur noch gesteckt – so, wie in Luxemburg. Das Ende 2016 fertiggestellte Verwaltungsgebäude der Europäischen Kommission war das erste Projekt, das Pitthan mit WINSTA® installierte. Das Gebäude ist aus 447 Containermodulen über drei Etagen entstanden und bietet heute eine Nutzfläche von 10.500 Quadratmetern.

Während der Engineering-Phase hat Pitthan gemeinsam mit WAGO die dafür notwendigen Kabeltypen, Leitungslängen, Verteilervarianten und Farbcodierungen festgelegt. „Die Grundmengen lassen sich bei WINSTA® sehr gut standardisiert abwickeln“, sagt Gerhardus. Gerade dann, wenn Räume fest definierten Rastern folgen, und das ist ein wesentliches Kennzeichen von Containergebäuden, lassen sich die vorkonfektionierten Installationen komfortabel duplizieren. Außerdem senkt dieser Aufbau das Risiko von Fehlverdrahtungen, die gerade bei eng gesteckten Projektzeiten zu Problemen führen können – vor allem, wenn aufgrund von engen Bauzeitplänen auch noch Konventionalstrafen drohen. „Wir hatten gerade einmal fünf Klemmfehler, und die lagen alle vor dem WINSTA®-System“, sagt Gerhardus.

Diese „Fast-Null-Fehler-Präzision“ geht in Luxemburg auch darauf zurück, dass der Elektriker den Einspeisepunkt pro Büroblock nur an einer Stelle per Hand anschließen musste. Danach übernahm WINSTA®, und alles war steckbar – vom Licht bis zu den Steckdosen „Unser Ziel heißt ganz klar, die Installation so weit vorzubereiten, dass vor Ort zum größten Teil nur noch gesteckt werden muss“, betont Schlate. Das Unternehmen Hager lieferte komplette, mit WINSTA®-System vorkonfektionierte und auf das Achsmaß der Container abgelängte Brüstungskanäle für das Projekt.

Mit dem Steckverbindersystem WINSTA® von WAGO lassen sich Elektroinstallationen gut vorkonfektionieren.

Unser Ziel heißt ganz klar, die Installation so weit vorzubereiten, dass vor Ort zum größten Teil nur noch gesteckt werden muss.

Christoph Schlate, Geschäftsführer der Pitthan GmbH

Gewerke rücken zusammen

WINSTA® bringt darüber hinaus neue Tätigkeitsfelder für andere Handwerke außerhalb des Elektrohandwerks. Innenausbauer können etwa in Zusammenarbeit mit Elektroinstallationsbetrieben ihre Deckenelemente komplett mit der eingelassenen Beleuchtung fertig verkabelt einbauen und werden damit zu einem wertvolleren Systempartner in der Errichterkette. Da auf diese Weise niemand auf den anderen warten muss, sind Zeitgewinne die Folge. Die Elektrofachkraft ist erst dann gefragt, wenn der in der Nähe einer Leuchte liegende WINSTA®-T-Verteiler mit der Hauptzuleitung zu verbinden ist. Schlate: „Das ist ein vollkommen neues Systemdenken.“

Genau deshalb ist sein gemeinsam mit Gründer Michael Pitthan geführtes Unternehmen auf Zulieferseite stetig auf der Suche nach weiteren Systempartnern. „In Modulen zu denken, wird immer wichtiger.“ Pitthan Elektrotechnik sei regelmäßig im Gespräch mit seinen Lieferanten. Schlate vertritt die Überzeugung, dass es gerade für die Hersteller wichtig ist, passende Steckanschlüsse zu bieten. Gerade im Projektgeschäft sind Lösungen ab Werk gefragt. Das reicht bis zu den Leuchten mit einer zu WINSTA® passenden Anschlusstechnik.

Wer die Möglichkeit schafft, bei der Beleuchtung Installationszeit zu sparen, liefert Technik, die einen echten Mehrwert hat.

Christoph Schlate, Geschäftsführer der Pitthan GmbH

„Die Hersteller wollen wir mit ins Boot nehmen“, sagt Gerhardus angesichts der immer noch gängigen Praxis, dass Unternehmen wie Pitthan bei allem Anspruch an die Standardisierung immer noch viel Zeit aufwenden müssen, um den Leuchtenanschluss mit viel fummeliger Anpassungsarbeit an das Stecksystem anzubinden. „Eine steckbare Leuchte bringt der Leuchte selbst erstmal nichts. Die Steckbarkeit bringt aber sehr wohl was im Einbau, weil wir um ein Vielfaches schneller fertig sind“, betont Schlate. Was in Bodentanks und bei Steckdosen in den Brüstungskanälen bereits bestens funktioniere, müsse sich auch in der Beleuchtung wiederfinden. „Wer die Möglichkeit schafft, bei der Beleuchtung Installationszeit zu sparen, liefert Technik, die einen echten Mehrwert hat.“ Und solche Lösungen seien gerade im Projektgeschäft für Unternehmen wie Pitthan Elektrotechnik die attraktivere Wahl.

Text: Jörg Gruner | WAGO

Foto: Thorsten Sienk

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