Corporate Carbon Footprint als Basis
Um fundierte Entscheidungen treffen und gezielte Maßnahmen zur Dekarbonisierung ergreifen zu können, ist die Entwicklung und Implementierung einer belastbaren Datenbasis von zentraler Bedeutung.
Im Rahmen unserer Klimaschutzstrategie hat WAGO für das Basisjahr 2023 erstmals den vollständigen Corporate Carbon Footprint systematisch erfasst – einschließlich aller Emissionen aus Scope 1, 2 und 3 – für sämtliche internationalen Produktions- und Vertriebsstandorte, sowie Tochtergesellschaften.
Anhand dieser Datenbasis haben wir, in Zusammenarbeit mit allen relevanten Fachbereichen, unsere mittel- und langfristigen Klimaziele entwickelt. Der Schutz des Klimas ist ein zentraler Bestandteil unserer unternehmerischen Verantwortung. Deshalb verfolgen wir ein wissenschaftlich fundiertes Klimaziel, das ambitioniert, realistisch und auf unsere konkreten Einflussmöglichkeiten abgestimmt ist. Wir setzen auf eine klare und messbare Reduktionsstrategie – im Einklang mit den Standards der Science Based Targets initiative (SBTi).
Near Term Target: Reduktion von Scope-1- und Scope-2-Emissionen
Die Emissionen aus Scope 1 und 2 umfassen sowohl unsere direkten Emissionen – etwa aus dem Betrieb eigener Anlagen und Fahrzeugflotten – als auch indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie. Im Basisjahr 2023 machten diese rund 9 % unserer gesamten unternehmensbezogenen Emissionen aus. WAGO strebt an, diese Emissionen bis 2030 um 70 % zu reduzieren, im Einklang mit dem 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens, validiert durch die Science Based Targets initiative (SBTi).
Für Scope 2 umfasst das Ziel 100 % der erfassten Emissionen im Basisjahr 2023. Für Scope 1 gilt das Reduktionsziel auf Basis von 85 % der Emissionen, da ein kleiner Teil als technisch derzeit nicht vermeidbar eingestuft wurde.
Energietransformationsprojekt bei WAGO
Ein zentraler Bestandteil unserer Klimastrategie ist das Projekt „Energietransformation“. Ziel ist es, die Energieversorgung an allen großen Standorten schrittweise auf erneuerbare und klimaneutrale Quellen umzustellen – mit Fokus auf die Dekarbonisierung des Strombezugs (Scope 2) und die Elektrifizierung der Wärmeerzeugung (Scope 1). Die Umsetzung erfolgt länderspezifisch anhand eines zweistufigen Ansatzes: Langfristig sollen 30-50 % des Strombedarfs durch eigene Erzeugung (z. B. Photovoltaik, Windkraft) gedeckt werden, die restlichen 50-70 % über hochwertige Herkunftsnachweise (EACs) nach RE100-Standard.
Am Standort Minden wurde ein erster Dekarbonisierungspfad für den Wärmebereich entwickelt, der Maßnahmen wie die Optimierung der Lüftungstechnik, freie Kühlung und die Umstellung auf erneuerbare Wärmesysteme umfasst – mit Modellcharakter für weitere Standorte. Durch den Start der Umsetzung in Deutschland und China konnte der energiebedingte Ausstoß in Scope 1 und 2 bereits 2024 um rund 35 % gegenüber dem Basisjahr gesenkt werden.