Referenz 26. August 2019
In zwei Welten sicher unterwegs

Jedes Fahrzeug, das von der ZWEIWEG International GmbH & Co. KG ausgeliefert wird, ist bereit für ein arbeitsreiches Leben in zwei Sphären: auf der Straße und auf der Schiene. Um das sicher zu ermöglichen, bedarf es deutscher Ingenieurskunst, einer großen Portion lösungsorientierten Denkens, eines Blickes fürs Detail und nicht zuletzt auch einer Verbindungstechnik, die zu 100 % zuverlässig arbeitet.

Fahren wie auf Schienen

So lautete kurz nach der Jahrtausendwende der Slogan eines deutschen Autobauers. Seit gut sechs Jahrzehnten charakterisiert dieser Spruch auch das Tagesgeschäft bei ZWEIWEG. Das Unternehmen, dessen Ursprünge im Jahr 1940 liegen, firmiert heute unter dem Namen ZWEIWEG International und ist Mitglied der ZAGRO Group. Am Hauptfirmensitz im rheinischen Leichlingen kümmern sich knapp 75 Mitarbeiter um hoch spezialisierten Sonderfahrzeugbau. Pro Jahr werden 20 bis 30 Fahrzeuge ausgeliefert, die sowohl auf der Straße als auch auf Schienen fahren können. Sie werden unter anderem für die Oberleitungsmontage, zur Gleisreinigung, zum Schienenschweißen, Rangieren oder als Rettungsfahrzeuge eingesetzt. Kunden aus aller Welt schätzen die ZWEIWEG-Umbauten. Die Basis bilden handelsübliche Kraftfahrzeuge – vom Pick-up bis zum 40-Tonner.

Jedes Stück ein Unikat

Je nach Aufgabe, die das Zweiwegefahrzeug später erledigen soll, dauert ein Umbau gut zwölf Monate. „Abgesehen von Schienenbaggern liefern wir keine Standardprodukte“, erklärt Dirk Löscher, Konstruktionsleiter und seit bald 35 Jahren bei ZWEIWEG International GmbH & Co. KG. „Es gibt unzählige Parameter, die wir bei der Projektierung beachten müssen: Streckenprofile mit den zu bewältigenden Bogenradien und der erforderlichen Bodenfreiheit, die Gewichtsverteilung für die sichere Fortbewegung auf Schiene und Straße sowie die Einhaltung von Lichtraumprofilen usw. Unsere Fahrzeuge sind zu einem Höchstmaß individualisiert.“ Neben den mechanischen Umbauten wie den Schienenfahreinrichtungen, den Arbeitsgeräten, Hubbühnen, Aufbauten etc. wird auch die gesamte Elektrik des Basisfahrzeugs verändert und erweitert. „Das beginnt schon mit der Lichtanlage: Schiene und Straße verlangen nach entsprechend vorgeschriebener Beleuchtung. Für den Schienenbetrieb legen wir die Straßenbeleuchtung komplett lahm und umgekehrt“, erklärt Löscher.

In Handarbeit: Während der Umbauarbeiten wird die Fahrzeugelektrik komplett modifiziert.

» Es gibt unzählige Parameter, die wir bei der Projektierung beachten müssen. Unsere Fahrzeuge sind zu einem Höchstmaß individualisiert. «

Dirk Löscher, ZWEIWEG International GmbH & Co.KG

Jedes einzelne Kabel wird modifiziert

Nicht nur in der Fahrerkabine, sondern auch auf dem Fahrzeug selbst verbauen die Spezialisten von ZWEIWEG eigene Schaltkästen. Das Einsatzprofil entscheidet über den Steuerungsaufwand und die dazu notwendigen Signale. „In jedem unserer Umbauten verarbeiten die Steuerungen zwischen 100 und 200 Signale. Die Palette reicht von Parametern, die den Druck auf den Schienenachsen überwachen oder für die Ansteuerung des Schienenfahrwerks zuständig sind über Fahrtfreigaben bis hin zur Kommunikation von der Arbeitsbühne zur Fahrzeugsteuerung“, legt Löscher dar. Die Elektriker aus seinem Team stehen bei jedem Projekt vor vielen Herausforderungen. Die Schaltschränke und Kabelwege werden stets individuell geplant. Der zur Verfügung stehende Platz in den Schränken ist sehr begrenzt, die Anordnung der insgesamt 250 bis 300 Klemmpunkte pro Fahrzeug muss exakt vorbereitet werden. „Bei einer durchschnittlichen Umbauzeit von einem Jahr könnte man meinen, bei uns herrsche kein Zeitdruck“, klärt Löscher auf. „Aber einerseits reduzieren wir stetig unsere Durchlaufzeiten und andererseits sind die Elektriker immer diejenigen, die zuletzt Hand anlegen. Das Auffinden und Korrigieren von Verdrahtungsfehlern ist zeitaufwendig und sollte ungeachtet der beengten Platzverhältnisse unter allen Umständen vermieden werden.“

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» In jedem unserer Umbauten verarbeiten die Steuerungen zwischen 100 und 200 Signale. «

Dirk Löscher, ZWEIWEG International GmbH & Co.KG

Zuverlässigkeit und Sicherheit bis ins Detail

Trotz aller Individualisierung arbeiten die Spezialisten mit modularen Konzepten, beispielsweise gibt es standardisierte Klemmenbelegungen für die Hubbühne oder das Schienenfahrwerk. Bei der dazu benötigten Verbindungstechnik setzt ZWEIWEG seit Jahrzehnten auf schraublose Klemmen von WAGO. „Sicherheit steht bei uns ganz oben“, erläutert Löscher. „Sämtliche Kabel müssen stets bombenfest aufgelegt sein. Würden wir dazu Schraubklemmen nutzen, müssten wir auch die nicht belegten Plätze verschrauben. Seit den 1990er Jahren setzen wir ausschließlich die schraubenlosen Klemmen von WAGO ein – eine echte Offenbarung.“ Der Konstruktionsleiter sieht dabei die Vorteile nicht nur in der Zeitersparnis – das Crimpen von Aderendhülsen entfällt ebenso wie das Verschrauben –, sondern auch im absolut sicheren Verbinden. Die CAGE CLAMP®-Technologie sorgt in den WAGO Produkten für sicheres Anschließen und Verbinden. Abisolierte eindrähtige Leiter, wie sie bei ZWEIWEG häufig vorkommen, können dank Push-in-Technik einfach gesteckt werden. Die rüttelsichere und gemäß IEC/EN 61373 schockgeprüfte Verbindungstechnik ist für Bahnanwendungen unerlässlich. „Ganz gleich, ob wir Signale verteilen oder rangieren wollen, ob wir Einzeladern miteinander verbinden oder brücken, WAGO hat die passenden und aufeinander abgestimmten Produkte für uns – ganz ohne lästiges und zeitraubendes Schrauben“, freut sich Löscher und weist auf einen weiteren Vorzug hin: „Die Doppelstock-, Durchgangs- und Reihenklemmen aus dem TOPJOB®S-Sortiment sind sehr platzsparend aufgebaut. Mit ihnen ist die hohe Packungsdichte, die wir auf den Fahrzeugen erreichen müssen, überhaupt erst möglich.“

Stete Verbesserung

Um auch weiterhin zu den Topadressen im Zweiwegefahrzeugbau zu gehören, setzt ZWEIWEG auf modernste Fertigungstechnologien, erstklassig ausgebildete Mitarbeiter und konstante Prozessoptimierung. Selbst Innovationen in kleinen Details bekommen dabei große Bedeutung. So begrüßt der Sonderfahrzeugbauer die Weiterentwicklung bei den TOPJOB®S-Reihenklemmen mit offenen Armen: „Klemmen mit Drücker oder Hebel? Das bedeutet für uns noch zügigeres und sichereres Verdrahten! Gerade bei schwer zugänglichen Stellen ist werkzeugloses Arbeiten ein echter Fortschritt“, weiß Löscher als Mann der Praxis sehr zu schätzen. „Wir begrüßen solche Innovationen, die unsere Arbeit erleichtern. Viel wichtiger ist aber die von WAGO gelieferte hervorragende Kontaktqualität gepaart mit echter Langzeitkonstanz. Ich kenne keinen einzigen Fall, bei dem eines unserer Fahrzeuge wegen nicht funktionierender Klemmstellen jemals ausgefallen wäre.“ Zuverlässigkeit und Wartungsfreiheit zählen für ZWEIWEG eben auch zu den Wettbewerbsvorteilen.

Autorin: Lena Kalmer, Communication Manager, WAGO

Schaltzentrale: Je nach Einsatzzweck werden die Nutzfahrzeuge mit vielen zusätzlichen Systemen ausgestattet, die fast alle zusätzliche Signale verarbeiten. Konstruktionsleiter Dirk Löscher weist darauf hin, dass sämtliche Kabel für den sicheren Betrieb ordentlich aufgelegt werden müssen.

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