Allein der monetäre Nutzen, der aus der Optimierung von Spritverbrauch und Liegezeiten resultieren könnte, wird von Fachleuten als so groß eingeschätzt, dass die EU das Projekt „Sea Traffic Management“ fördert. In dem geht es genau darum, die Abläufe der Seeschifffahrt mit Hilfe von Kommunikation, Vernetzung und Big Data zu harmonisieren. Die Idee des Projekts: Die Daten der Schiffe, die aufeinander abgestimmt werden sollen, werden so in der Cloud zur Verfügung gestellt, dass andere Schiffe darauf zugreifen können. Damit ist der Weg frei, sicher auf den Schiffsrouten aneinander vorbeizukommen und Häfen pünktlich, vor allem aber aufeinander abgestimmt, zu erreichen. Und dort würden von einem harmonischen Miteinander letztendlich auch die Hafenbetreiber profitieren. Die können sich auf die Ankunft der Schiffe vorbereiten, müssen dadurch deutlich weniger Logistikfläche für die Zwischenlagerung vorhalten und weniger Kapazität für den Abtransport von Waren. Lkw und Züge müssten dadurch ebenfalls nicht mehr in der Warteschleife verharren. Absprachen dieser Art würden sich entsprechend sowohl mit Blick auf den Umweltschutz als auch monetär auszahlen. „Trotzdem sind sie in der Schifffahrt noch nicht üblich“, meint Prof. Watter, der in diesem Zusammenhang deutlich macht, dass es für Schiffsbetriebstechniker immer wichtiger wird, unterschiedliche Szenarien richtig zu interpretieren. „Richtig ablesen und die richtigen Maßnahmen ableiten“, fordert Watter; und damit nicht zuletzt auch eine Schnittstelle zur Automatisierung, die über eine gute Usability verfügt.