Interview 15. Februar 2019
„Wir machen es einfach, sich gesund zu ernähren“

Anna Dera hat 2014 als Praktikantin im „WAGO Health Management“ begonnen und parallel zu ihrer Werkstudententätigkeit ein BWL-Studium abgeschlossen.
Heute ist sie die „Hüterin“ des WAGO-Betriebsrestaurants und Schnittstelle zum Caterer „Genuss & Harmonie“. Wo hier das Thema „Gesundheitsmanagement“ ins Spiel kommt und was für sie die schönsten Momente ihrer Arbeit sind, berichtet sie im Interview.

Anna-Dera hat das Projekt „Neues Betriebsrestaurant“ von Anfang an begleitet.

Bei der typischen Kantine in einem großen Industriebetrieb denkt man jetzt nicht zuerst an Gesundheit. Was ist bei WAGO anders?

Es gibt diesen schönen Spruch: Du bist, was du isst. Wir haben 2016 unser neues Betriebsrestaurant in Minden eröffnet und dabei auch bewusst den Caterer gewechselt. Bei der Planung dieses Großprojekts waren uns nämlich vier Aspekte bei den Gerichten besonders wichtig: Sie sollten frisch, nachhaltig, regional und gesund sein. Dafür werden allein 120 kg Obst und Gemüse pro Tag frisch verarbeitet. Mit dem richtigen Verpflegungsangebot machen wir es den Kolleginnen und Kollegen einfach, sich den gesamten Tag gesund zu ernähren und nicht im typischen Mittagstief zu versinken. Und das hört auch bei den Meetings nicht auf – statt Gebäck kommen bei uns jetzt Kerne, Nüsse, getrocknetes Obst oder Smoothies auf den Tisch.

Klingt gesund, aber kommt das auch wirklich bei allen gut an?

Sehr sogar! Heute gehen im Betriebsrestaurant jeden Tag rund 550 Essen über den Tisch. Grundsätzlich ist es wichtig, die Belegschaft einzubeziehen; deshalb haben wir auch vor dem Neubau eine groß angelegte Umfrage gestartet, um alle Bedarfe und Wünsche zu kennen. Gute Qualität und der Verzicht auf Convenience waren dabei sehr gefragt. Wir schaffen Angebote und schärfen das Bewusstsein, ohne jemanden zu bevormunden – und das Konzept geht auf.

Sind Pizza und Pommes damit vom Speiseplan verbannt?

Natürlich nicht. Wir haben immer noch die Klassiker im Programm. Und es gibt bei uns sogar einen eigenen Konditor, der die tollsten Leckereien zaubert. Es geht ja auch nicht darum, auf Süßes oder eine Currywurst zu verzichten, sondern ein breites Angebot mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln zu schaffen und stärker für das eigene Ernährungsverhalten zu sensibilisieren. Ein handgemachtes Stück Kuchen schmeckt nun mal viel besser als der übliche Schokoriegel, den man überall bekommt. So genießt man deutlich bewusster.

Welche gesunden Sachen finden sich denn auf Ihrem Speiseplan?

Es gibt zum Beispiel unseren Vital-Counter. Dort bieten wir Gerichte mit einer Kaloriengrenze von 650 kcal. Außerdem bieten wir Low-Carb-Gerichte, eine Salatbar – bei der wir sogar die Dressings und Toppings selbst frisch herstellen und vieles mehr für die bewusste Ernährung. Schon zum Frühstück gibt es mit Smoothies, Müsli und frischem Joghurt – neben den klassischen Brötchen eine ausgewogene Auswahl.

Ernährung unterliegt ja auch vielen Trends und persönlichen Vorlieben. Wie reagieren Sie darauf?

Wir möchten so flexibel und individuell wie möglich sein – genau wie unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter es nun mal auch sind – deshalb gibt es jeden Tag mindestens ein vegetarisches oder oft auch veganes Gericht und Add-on-Lösungen, bei denen Fleisch und Käse optional hinzukommen. Unsere Köche sind alle über das gesamte Angebot informiert und können immer Fragen zu Allergenen und Unverträglichkeiten beantworten. Wir schauen uns sehr regelmäßig an, welche Gerichte gut laufen. Gerade das vegetarische Angebot funktioniert super – das hatten wir so gar nicht erwartet. Wir testen aber auch immer wieder Neues wie Bowls oder eine Sushi-Woche, bisher mit großem Erfolg.

Bei so viel Genuss auf der Arbeit machen Sie sich da keine Sorge, dass die Familie daheim zu kurz kommt?

Nein gar nicht, denn die Familie hatten wir von Anfang an mit im Blick, denn uns ging es mit dem neuen Konzept auch darum, einen Beitrag zur Work-Life-Balance zu leisten. Deshalb haben wir einen Partner gesucht, mit dem wir auch gemeinsame Events und Aktionen wie Themenwochen starten können – und ihn mit Genuss & Harmonie auch gefunden. So kann nicht nur abends Essen für die Familie mit nachhause genommen werden, mit unserem „Family & Friends Dinner“ gibt es auch Termine, bei denen alle gemeinsam bei WAGO essen. Da kommt keiner zu kurz.

Das klingt ein bisschen verrückt: abends essen gehen in einer Betriebskantine? Wird das angenommen?

Betriebsrestaurant, bitte! Auf diese Bezeichnung legen wir viel Wert. Das „Family & Friends Dinner“ ist ein regelmäßiges Highlight. Dann haben wir schon mal 300 Gäste von der Oma bis zum Säugling im Haus. Für den Nachwuchs gibt es sogar noch weitere Angebote, bei denen unser Konditor wieder mit ins Spiel kommt: Höhepunkt im Jahr ist das gemeinsame Weihnachtsbacken mit den Kindern der Belegschaft. Wir nutzen unser Betriebsrestaurant außerdem für Teambuildingmaßnahmen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die „WAGO-Familie“ können bei Kochkursen hinter die Kulissen schauen, gemeinsam ganze Menüs zaubern und dabei auch noch etwas über gesunde Ernährung erfahren. „Colourful ist Powerful“, nennt sich zum Beispiel eins der Angebote. Und ich konnte dabei schon feststellen, dass ein selbstgemachter Schokopudding mit Chia-Samen auch ziemlich gut schmeckt.“

Apropos gut schmeckt, was ist Ihr Lieblingsgericht? Und gibt es auch ein Lieblingsprojekt?

Der Ceasar Salad ist mein Favorit – den gibt es ganz klassisch, aber auch mal in spannenden Variationen. Und beim Kinderbacken gibt es so tolles Feedback, sodass ich mich dieses Jahr schon richtig darauf freue. Im letzten Jahr hat der Kindergarten, den wir eingeladen haben, sogar ein Lied als Dankeschön gesungen. Und als ein kleines Mädchen beim Blick aus dem Fenster auf die fallenden Schneeflocken sich mit „Jetzt ist Weihnachten“ gefreut hat, dann gibt es kaum ein schöneres Lob.