Alles zum Thema 3D Druck – WAGO Creators und i.materialise geben Einblicke.

25. August 2021
Eigene Ideen mit 3D-Druck realisieren

WAGO Creators bündelt Ideen für Prototypen von WAGO Zubehörlösungen

WAGO Creators ist eine Plattform für kreative Tüftler, Entwickler und Konstrukteure mit einer Idee. Sie erfinden und teilen als Community Zubehörlösungen für Anwendungsfälle von WAGO Produkten. Dadurch ist WAGO Creators eine Ideenschmiede und Inspirationsquelle für eine ganze Gemeinschaft. Die offene Community sammelt dort ihre Ideen als 3D-Modell im CAD-Format. Wenn ein Modell zu einem bestimmten Anwendungsfall passt, kann der User es einfach und kostenfrei herunterladen und mit seinem 3D-Drucker als Prototyp Wirklichkeit werden lassen. Oder er erstellt selbst ein Modell und teilt es mit der Community.

Sei ein Teil von WAGO Creators:

  • Erfahre Wissenswertes über den 3D-Druck.
  • Erfinde Deine Zubehörlösung für WAGO Produkte.
  • Teile Deinen Prototypen auf WAGO Creators.
  • Profitiere von den Ideen der Community.

An WAGO Creators angeschlossen ist der Online-3D-Druck-Service i.materialise der belgischen Firma Materialise. Über i.materialise können User Prototypen bestellen und sich direkt bis an die Haustür liefern lassen. Materalise schöpft dabei aus rund 30 Jahren 3D-Druck-Erfahrung. Modelle können in 20 verschiedenen Materialien entstehen. Zusätzlich gibt es über 100 Farb- und Veredelungsoptionen. So wird jeder Prototyp einer WAGO Zubehörlösung zum individuellen Modell – und das ganz einfach mit ein paar Mausklicks.

» Das Verfahren eignet sich auch gut, wenn ein Objekt verschiedene Härtegrade haben soll oder bei Teilen in Teilen. Zum Beispiel einem Ball in einem Würfel. Das kann kein anderes Verfahren in einem Schritt realisieren «

Miranda Bastijn, Business Line Director bei i.materialise

Schicht für Schicht zum Modell

Aber von vorne: Was ist eigentlich 3D-Druck? 3D – also dreidimensionaler – Druck ist ein additives Fertigungsverfahren, auch additive manufacturing oder kurz AM genannt. Die Bezeichnung 3D beschreibt lediglich die Realisierungsart, ist aber zum umgangssprachlichen Begriff für das Fertigungsverfahren geworden. Aus 3D-Modelldaten, die über eine Computersoftware erstellt werden, fertigt der 3D-Drucker Schicht für Schicht durch das Verbinden des jeweiligen Materials das gewünschte Modell. Dazu ist keine Gussform nötig. Die Geometrie wird aus digitalen Daten erschaffen. Interessant ist der 3D-Druck vor allem bei kleinen Stückzahlen und Unikaten. „Das Verfahren eignet sich auch gut, wenn ein Objekt verschiedene Härtegrade haben soll oder bei Teilen in Teilen. Zum Beispiel einem Ball in einem Würfel. Das kann kein anderes Verfahren in einem Schritt realisieren“, erklärt Miranda Bastijn, Business Line Director bei i.materialise.

Von der Medizin bis in die Industrie

Mit 3D-Druck gearbeitet wird in vielen Bereichen. Dazu gehören Wissenschaft und Forschung, Luft- und Raumfahrt, Kunst und Mode, die Baubranche sowie der Modellbau aber auch die Medizin und in einer aktuell noch experimentellen Phase sogar die Lebensmittelindustrie. So werden zum Beispiel Hörgeräte, Implantate oder Prothesen mit einem 3D-Drucker realisiert und dadurch individuell auf den Träger zugeschnitten. Aber auch in der Industrie ist das additive Fertigungsverfahren angekommen. Zum Beispiel werden Prototypen in der Produktentwicklungsphase oft mit einem 3D-Drucker hergestellt. Das spart Zeit und Kosten und ist gerade bei einer kleinen Stückzahl von Vorteil. Gehen Produkte nicht in die Massenproduktion, sondern werden für Anwendungsfälle individualisiert, eignet sich das additive Fertigungsverfahren ebenfalls – so zum Beispiel bei Prototypen über WAGO Creators.

Alles beginnt mit einer Idee

WAGO Creators und i.materialise lassen Prototypen für WAGO Zubehörlösungen entstehen.

Im vorherigen Beitrag haben wir Euch erklärt, was das 3D-Druckverfahren ist und was man mit dieser Technologie herstellen kann. Heute wollen wir Euch den Weg von der Idee einer WAGO Zubehörlösung bis hin zu einem fertigen Prototyp aufzeigen.

Das Wichtigste, um ein eigenes 3D-Modell zu erstellen, ist Kreativität und eine Idee. Das ist der Schlüssel zum späteren Modell. „Es gibt so viele Möglichkeiten. Die Designer sind in ihrem Denken nicht begrenzt“, beschreibt Miranda Bastjin, Business Line Director des Online-3D-Druck-Services i.materialise, einen großen Vorteil des Verfahrens. Mit der Technologie kann quasi jeder Dinge realisieren, die so eventuell nicht produziert werden würden – zum Beispiel bei speziellen Fällen zur Befestigung in der Verbindungstechnik. Gibt es dort eine Herausforderung, lässt es sich mit Ideenreichtum, einem CAD-Programm oder Online-CAD-Tool und 3D-Druck oft gut lösen. Über WAGO Creators kann diese Lösung dann in einer großen Community präsentiert, diskutiert und gegebenenfalls weiterentwickelt werden.

» Es gibt so viele Möglichkeiten. Die Designer sind in ihrem Denken nicht begrenzt «

Miranda Bastjin, Business Line Director des Online-3D-Druck-Services i.materialise

Was ist beim Designen zu beachten?

Mit zahlreichen CAD-Programmen oder Online-CAD-Tools lassen sich 3D-Modelle erstellen. Welches 3D-Design-Programm sich am besten eignet, hängt vom jeweiligen Modell ab. Beim Erstellen eines Modells für den 3D-Druck sollten ein paar Punkte beachtet werden. Wichtig ist zum Beispiel, dass die Wände des Modells nicht zu dünn sind. Allerdings sollten sie auch nicht zu dick sein. Die richtige Stärke hängt von Material, Form und Größe des Modells ab. „Auf unserer Homepage haben wir für jedes Material entsprechende Hinweise aufgelistet. Das hilft beim Entwerfen“, rät die 3D-Druck-Expertin. Außerdem sollten die Modelle wasserdicht designt sein. Manchmal macht es Sinn, das Modell hohl zu entwerfen. Dadurch verringern sich auch Materielaufwand und Preis beim 3D-Druck. Die meisten geschlossenen Objekte benötigen ein „Escape Hole“. Das ist ein Loch, über das überschüssiges Material, das beim Drucken anfällt, entfernt werden kann.

Ist das Modell fertig erstellt, kann es auf WAGO Creators im STL-Format hochgeladen, geteilt und schließlich gedruckt werden. Da nicht jeder einen eigenen 3D-Drucker hat, ist der Online-3D-Druck-Service i.materialise direkt an WAGO Creators angeschlossen. Über den Button „Bestellen“ können die gewünschten Modelle direkt dem Warenkorb hinzugefügt werden. Hochgeladen wird die Bestellung dann im 3D-Print-Lab von i.materialise. Dort kann der User Material, Veredelung und Farbe auswählen und bekommt direkt den Preis angezeigt. Ob das Modell so gedruckt werden kann, überprüft i.materialise durch eine Software und anschließend noch einmal manuell.

» Welches Material für welches Modell geeignet ist, hängt davon ab, was der Designer mit dem Modell machen möchte, ob es beispielsweise flexibel, hitzebeständig oder sehr fest sein soll. «

Miranda Bastjin, Business Line Director des Online-3D-Druck-Services i.materialise

Die Druckverfahren

Nachdem die Daten übermittelt wurden, geht es an den Druck. i.materialise bietet zehn verschiedene Druckverfahren an, denn eine Einheitslösung gibt es im 3D-Druck nicht. Die unterschiedlichen Technologien lassen sich in zwei Gruppen aufteilen: den direkten und den indirekten Druck. Beim direkten 3D-Druck wird das Modell „direkt“ über das additive Fertigungsverfahren erstellt. Beim indirekten 3D-Druck ist die Technologie nur ein Teilschritt des Prozesses. Je nach Verwendung, Material und Geometrie des Modells ist ein anderes Verfahren geeignet. „Bei der Auswahl des Druckverfahrens findet der Designer eine Tabelle mit allen nötigen Infos auf unserer Website“, weiß Miranda Bastjin.

Die Stereolithografie gilt als „Mutter aller 3D-Druck-Verfahren“, wie es auf der Website des Serviceanbieters heißt. Dabei wird das 3D-Modell mit Hilfe einer Software und eines computergesteuerten Lasers aus dünnen Kunststoffschichten aufgebaut. Der Laser zeichnet das Modell Schicht für Schicht auf den flüssigen Kunststoff, der dann in dem vom Laser bestrahlten Bereich aushärtet. Beim sogenannten Lasersintern 3D-Druck, einem weiteren 3D-Druckverfahren, wird Pulver mit Hilfe eines Lasers geschmolzen. Auch hier entsteht das Modell Schicht für Schicht. Neben diesen beiden meistgenutzten 3D-Druckverfahren bietet i.materialise auch weitere Druckmöglichkeiten an. Gemeinsam ist den unterschiedlichen Verfahren, dass das Modell Schicht für Schicht aus verflüssigtem Material oder Pulver entsteht.

Realisiert werden kann das Design mit i.materialise in 20 verschiedenen Materialien. Dazu gehören unter anderem Polyamid, Alumide, Polypropylen, verschiedene Harze sowie Metalle. „Welches Material für welches Modell geeignet ist, hängt davon ab, was der Designer mit dem Modell machen möchte. Ob es beispielsweise flexibel, hitzebeständig oder sehr fest sein soll“, erklärt die 3D-Druck-Expertin. Neben dem Material können auch Farbe und Art der Veredelung gewählt werden. Nach etwa sechs bis 20 Arbeitstagen können WAGO Creator dann ihre eigene Zubehörlösung für WAGO Produkte als Prototyp in den Händen halten.

WAGO Creators – die digitale Ideenschmiede für WAGO Zubehör

WAGO Creators ist eine Community, die als digitale Plattform eine Mischung aus Inspirationsquelle, Ideenschmiede und -realisierung von Zubehörideen für WAGO Produkte bietet – von und für Tüftler, Profientwickler und WAGO Fans. Wenn es darum geht, WAGO Produkte für spezielle Anwendungsfälle einzudesignen, können Konstrukteure hier Inspiration sammeln, Ideen weiterentwickeln sowie eigene teilen und Modelle für den eigenen 3D-Drucker herunterladen oder als Prototypen direkt bestellen.

MM-20768  integration of community website in our website PYOA_störer_2000x1125.jpg

Wie sieht der 3D-Druck der Zukunft aus?

Im letzten Teil unserer Reihe über den 3D-Druck wagen wir einen Blick in die Zukunft. Wohin könnte es mit der Technologie in den nächsten Jahren gehen?

Das additive Fertigungsverfahren entwickelt sich ständig weiter

Die Entwicklung im 3D-Druck nimmt immer weiter Fahrt auf. Es entstehen neue Einsatzgebiete und Innovationen. Anfang des Jahres hat Materialise auf seiner Homepage bekannt gegeben, was für das belgische Unternehmen die Trends für 2021 sind. Durch die Coronakrise und den Klimawandel muss die Industrie laut Materialise technologische Innovationen beschleunigen. Dabei könne der 3D-Druck Entwickler unterstützen. Das additive Fertigungsverfahren stärke den Leistungszuwachs, da Designer und Entwickler freier arbeiten können und spare zudem Zeit und Kosten. Als weiteren Trend nennt Materialise die Personalisierung. Durch den 3D-Druck lassen sich kostengünstig kundenindividuelle Produktvarianten realisieren. Die Flexibilität der Technologie sei eine große Stärke, so Materialise. Jedes Produkt könne personalisiert werden.

Vielfalt der Materialien nimmt zu

Auch andere Plattformen wie ingenieur.de benennen Trends, die den Mehrwert des 3D-Drucks deutlich machen. So sieht ingenieur.de die Verarbeitung von Hartmetallen durch additive Fertigungsverfahren im Kommen. „Es werden immer mehr Materialien auf dem Markt kommen. Dadurch ergeben sich dann auch neue Anwendungsgebiete“, stimmt Miranda Bastijn, Business Line Director bei Materialise, zu. Wichtig werden laut der Expertin aber auch wiederverwendbare Materialien.

Im Bereich der Zahnmedizin könnte der 3D-Druck weiteren Aufwind erfahren. Kronen, kieferorthopädische Apparaturen oder chirurgische Füllungen können mit Hilfe der Technologie genau auf den Träger angepasst werden. Ähnliches ist mit Schuhen und Brillengestellen möglich. Durch den 3D-Druck seien sogar Roboter denkbar, die sich an ihre Umgebung anpassen. Sie drucken ihren eigenen Körper schichtweise selbst und verändern dadurch ihre Größe. So gelangen diese Roboter an schwer zu erreichende Orte. Das italienische Institut Bioinspired Soft Robotic lab hat bereits einen ersten Roboter dieser Art entwickelt, der zum Beispiel in der Archäologie oder der Umweltüberwachung zum Einsatz kommen kann.

Durch den 3D-Druck können Produktionsprozesse für Prototypen umweltfreundlicher und kostengünstiger gestaltet werden. Außerdem hat jeder die Möglichkeit, seine eigenen Ideen zu verwirklichen. Mit WAGO Creators schafft WAGO eine Plattform, durch die jeder Teil der aufstrebenden 3D-Druck-Technologie werden und seine Zubehörlösungen als Prototyp für WAGO Produkte realisieren kann.

Vertrieb

Mo.-Do. 8:00-17:00 Uhr
Fr. 8:00-16:00 Uhr

Weitere Serviceangebote: