Referenz
Nachhaltiger Neubau: Mit intelligenter Klimatechnik gewinnt die Göppinger Kreissparkasse Gold vom DGNB

Der Begriff Nachhaltigkeit wird oft inflationär verwendet – die Kreissparkasse Göppingen hat ihn im Rahmen ihres Bauprojekts in beeindruckender Manier mit Leben gefüllt. Nicht nur die Umwelt, sondern auch Mitarbeiter und Kunden profitieren von dem Ergebnis des Neu- und Umbaus, der Energieeffizienz mit Komfort verbindet. Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat den Neubau für die konsequente Umsetzung eines Green-Building-Plans sogar mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Der Umbau des bestehenden Hochhauses aus dem Jahr 1974 wurde mit Silber belohnt. Neben Konzeption und Architektur ist die intelligente Klimatechnik mit hochmodernen WAGO-Steuerungen ein Herzstück des schmucken Gebäudekomplexes. Ein Novum ist die umfangreiche wissenschaftliche Begleitung des energieoptimierten Bauens.

Der Um- und Neubau ihrer Kreissparkasse war ein komplexes Unterfangen und ein Meilenstein für die Stadt im Stauferkreis. Viele Jahre waren die Mitarbeiter der Kreissparkasse auf fünf Standorte verteilt. Heute arbeiten sie in einem städtischen Karree, das den alten Bestandsbau aus dem Jahr 1974 in moderner Weise mit dem neuen Trakt kombiniert. Das Ensemble in der Marktstraße, mit seiner Doppelfassadenkonstruktion, wirkt zeitlos modern und funktional. Die Büro- und Besprechungsräume sind offen und kommunikationsfördernd gestaltet – viele Treffpunkte und sogenannte Multizonen fördern das Miteinander. Das Kundenzentrum vermittelt einen freundlichen und serviceorientierten Eindruck. Ein ganz besonderer und überraschender Blickfang ist der übergroße „Hirsch mit dem roten Schal“ des renommierten Künstlers Fritz Schwegler, der im Innenhof seinen Platz gefunden hat.

Göppinger Kreissparkasse:

  • Wissenschaftler vor Ort
  • Kommunikation auf höchstem Niveau
  • Kühl im Sommer, warm im Winter
  • Energieoptimiertes Bauen
  • Allerhöchste Ansprüche moderner Gebäudeautomation

Wissenschaftler vor Ort

Benjamin Krockenberger kennt sich aus in „seiner“ Kreissparkasse. Er ist mit der Technik des Gebäudes seit Jahren vertraut. Der heute bei der Kreissparkasse angestellte Ingenieur für Gebäude- und Energietechnik hat das Innenleben des weitläufigen Komplexes bereits als wissenschaftlicher Mitarbeiter kennengelernt; er gehörte zum Team von Prof. Dr.-Ing. Markus Tritschler von der Hochschule Esslingen, der das energieoptimierte Bauen der Kreissparkasse Esslingen zwischen 2012 und 2014 wissenschaftlich begleitet hat. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hatte der Hochschule Forschungsmittel zur Verfügung gestellt, weil der Bau energieeffizienter Gebäude für den Umweltschutz von großer Bedeutung ist. Ziel des Forschungsprojekts in Göppingen war es, die installierte Haustechnik der Kreissparkasse zu prüfen sowie ihren Betrieb hinsichtlich ökologischer und ökonomischer Werte zu optimieren und ein für Mitarbeiter und Kunden behagliches Raumklima zu schaffen.

Für die wissenschaftliche Begleitung des Projekts wurden in der Kreissparkasse weit über das übliche Maß hinaus Daten erhoben. Jede Minute flossen rund 2000 Messwerte in eine Datenbank. „Temperatur, Verbräuche, Ventilstellungen, Pumpenlaufzeiten und vieles mehr sind so erfasst und später ausgewertet worden“, erklärt Krockenberger in den Kellerräumen. Dass Wissenschaftler so frühzeitig und in diesem Umfang einen Neu- und Umbau auf Energieeffizienz prüfen können, ist ungewöhnlich.

Und neu waren auch die Wege, die Professor Markus Tritschler dabei mit seinem Team beschritten hat. „Energieoptimiertes Bauen: Monitoring und Betriebsoptimierung der Kreissparkasse Göppingen“ lautete der Titel seines Forschungsvorhabens. Mit Methoden der statistischen Prozesskontrolle hat er die Heiz- und Regeltechnik des Gebäudes während mehrerer Jahre begleitet. Dabei hat er die von ihm erhobenen Werte gegen einen definierten Referenzprozess gemessen und konnte so bei Abweichungen früh gegensteuern, indem die Haustechnik neu konfiguriert wurde. Bereits im Vorfeld des Bauvorhabens wurden Testreihen im Labor durchgeführt, vor Ort der Heizenergieverbrauch überwacht und immer wieder die einzelnen Komponenten der HLK-Anlage justiert. „Es war schon ungewöhnlich, dass wir mit dieser Intensität gemessen, ausgewertet und einzelne Module optimiert haben“, berichtet der Wissenschaftler der Esslinger Fakultät Gebäude, Energie, Umwelt. Und auch nach Abschluss des Forschungsprojekts im Jahr 2014 geben die Wissenschaftler Flankenschutz, indem sie weiterhin Daten erheben und die Betriebsoptimierung überwachen.



» Über eine PC-Oberfläche haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, unter anderem die Temperatur im Gebäude zu beeinflussen. «

Benjamin Krockenberger

Ingenieur für Gebäude- und Energietechnik derKreissparkasse

Kommunikation auf höchstem Niveau

Die Mess-, Steuer- und Regeltechnik des neuen Wahrzeichens von Göppingen setzt in vielen Bereichen auf WAGO-Lösungen wie den BACnet/IP-Controller mit entsprechendem Konfigurator. Die integrierten Schnittstellen sorgen für beste Kommunikation in der Göppinger Heiz- und Kühlungsanlage. Kein leichtes Unterfangen in einem Gebäude, das allerhöchsten Ansprüchen moderner Gebäudeautomation entsprechen will. „Mit den intelligenten WAGO-Modulen gelingt ein optimaler Austausch aller wichtigen Informationen, die bei der integrierten Gebäudeautomation ausgetauscht werden müssen“, findet Bernd Landmann, Abteilungsleiter Gebäudeautomation der Salacher Firma Heldele, die für die Konzeption und Einrichtung der modernen Leittechnik in der Kreissparkasse zuständig war.

Kühl im Sommer, warm im Winter

Bestechend ist das Energiekonzept: Die Temperatur in den Büroräumen wird über thermoaktive Bauteile gesteuert. Sogenannte Randstreifenelemente, die in Fensternähe unterhalb der Decken montiert sind, transportieren im Winter Wärme und im Sommer Kühle. Trotz der zentral geregelten Betonkerntemperierung werden die individuellen Bedürfnisse der Menschen, die sich im Gebäude aufhalten, berücksichtigt: „Über eine PC-Oberfläche haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, unter anderem die Temperatur im Gebäude zu beeinflussen“, erklärt Benjamin Krockenberger. Das gesamte Wärmemanagement für das Gebäude wird umweltfreundlich über eine Technikzentrale gesteuert. Zwei hochmoderne Pelletkessel, mit einer Leistung von je 300 kW, sorgen dafür. Hinzu kommt ein Abwasser-Wärmetauscher zur Beheizung und Kühlung.

Zu einem integralen Raumklimakonzept gehören außerdem eine ausgeklügelte Belüftung sowie ein Beleuchtungssystem, das sich sowohl tageslichtabhängig reguliert, als auch individuelle Steuerungen zulässt. Die kluge Kombination aller technischen Möglichkeiten ist der Schlüssel zu einem Gebäudekonzept, das konsequent auf ökologische Nachhaltigkeit setzt. Bernd Landmann weiß, welcher Voraussetzungen es bedarf, um alle technischen Komponenten der Gebäudeautomation optimal aufeinander abzustimmen. „Ganz wichtig war es für uns, dass die Komponenten frei programmierbar sind“.

» Ganz wichtig war es für uns, dass die Komponenten frei programmierbar sind. «

Bernd Landmann

Abteilungsleiter Gebäudeautomation, Firma Heldele

Text: Eva Koch-Banholzer, WAGO
Foto: Oskar Eyb/vor-ort-foto.de

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