Referenz

Netzdienliche Großbatteriespeicher erfolgreich realisieren

  • 7/7/2025
  • Pioniergeist, eine steile Lernkurve und jede Menge Durchhaltevermögen: Damit hat die Schaper-Gruppe in kompletter Eigenregie einen netzdienlichen Großbatteriespeicher an einem Umspannwerk in Herford realisiert – und betreibt es auch selbst. Entstanden ist eine Blaupause für künftige Projekte dieser Größenordnung. Dabei setzt das Unternehmen für die gesamte Steuer-, Regel- und Datentechnik auf WAGO.

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    Der „Schaper Grid Energy Storage“

    Die Eckdaten des Batteriegroßspeichers auf Lithium-Ionen-Basis: insgesamt 2.600 Batteriespeichermodule, aufgeteilt auf fünf 40 Fuß große Container mit jeweils 520 Modulen und einer Gesamtleistung von 20.800 Kilowattstunden; angeschlossen an eins der zehn Umspannwerke auf dem Stadtgebiet Herford können damit gut 900 Haushalte versorgt werden. Investitionssumme: 15 Millionen Euro; das beschreibt kurz und knapp den „Schaper Grid Energy Storage Füllkamp“ – so der offizielle Name.

    Seit dem 10. September 2024 ist der netzdienliche Großbatteriespeicher in der Vermarktung. „Über einen Vermarkter bieten wir Primär-, und Sekundärregelleistung sowie Trading“, sagt Sven Oberwemmer. Er ist der technische Kopf hinter dem bisher größten Speicherprojekt der Schaper Gruppe. Der leitende Produktmanager verantwortet den Bereich der Energieversorgungssysteme im Unternehmen. Er weiß: Der Batteriespeichermarkt wächst. „Das ist eine Welle, die in den nächsten fünf Jahren auf uns zukommen wird. Denn um die Energiewende voranzutreiben, sind in den nächsten Jahren eine Vielzahl netzdienlicher Batteriespeicher erforderlich, die in verschiedener Regelleistung und Handelsgeschäften am Stromnetz arbeiten.“

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    This is a wave that will hit us over the next five years.

    Sven Oberwemmer | Chief Product Manager at Schaper

    Pionierarbeit mit hoher Fertigungstiefe

    Keine Frage: Das Projekt war und ist technisch sehr anspruchsvoll, aber „wir mögen es, wenn’s recht kompliziert ist und wir komplexe Aufgaben dann auch lösen können“, sagt Sven Oberwemmer mit einem Augenzwinkern. Möglich macht das auch die „hohe Fertigungstiefe“ des Unternehmens. „Wir wollen herstellerunabhängig und selbstständig sein.“ Darauf ist man in der Schaper-Gruppe stolz. „Wir bieten alles aus einer Hand – nur die Batterien und das Betongießen geben wir nach außen.“ Auf Nachfrage ist sich Sven Oberwemmer bewusst: „Wir haben mit diesem Projekt Pionierarbeitet geleistet“ – auch und insbesondere abseits aller Technik.

    Der netzdienliche Großbatteriespeicher von Schaper und seine Technik in Bildern

    Finanzierung, Baugenehmigung, Zertifizierung

    Bereits im Frühjahr 2022 stand der Plan für den netzdienlichen Großbatteriespeicher. Auf zur Finanzierung: Doch Banken als potenzielle Geldgeber „hatten das damals noch nicht auf dem Schirm.“ Ein Investor? Möglich. Letztendlich stand die Finanzierung mit einem Pool an Investoren aus Ostwestfalen-Lippe. Der Netzbetreiber Westfalen-Weser gab im November und Dezember 2022 grünes Licht. Das Baugenehmigungsverfahren erwies sich als schwieriger. „Das hat uns ein dreiviertel Jahr gekostet“, erinnert Sven Oberwemmer. Speicher in Gebäuden seien für die Behörden „Neuland“ gewesen. Der Schall- und insbesondere Brandschutz waren große Themen. „Wir haben die Feuerwehr befragt, welche Löschanlage gebraucht wird, haben Brandversuche durchgeführt, Rauch im Container gemacht. „Jetzt herrscht richtig Sturm im Container, wenn’s nach den Windgeschwindigkeiten geht.“

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    Netzdienliche Großbatteriespeicher: Bauphase

    Im August 2023 ging’s dann aber los: Baubeginn. „Innerhalb von drei Monaten haben wir alles aufgestellt und aufgezogen.“ Die Zielsetzung am 1. Januar 2024 am Netz zu sein, stand. Es folgte ein Kraftakt. Da blieb es nicht aus, auch an Weihnachtsfeiertagen händisch noch 30 Stunden Kapazitätstests zu fahren. „Das alles war schon eine sehr fordernde Zeit“, sagt der Projektleiter und fügt hinzu: „Unsere Lernkurve war sehr steil mit dem Projekt. Auch die Zertifizierung von Großspeichern ist wesentlich anspruchsvoller als alles, was wir zuvor gemacht hatten.“ Gerade für den normkonformen Mittelspannungsanschluss wollte Sven Oberwemmer daher den Aufwand für sein Team auf „ein Minimum begrenzen“. Das ging: mit der kompakten und flexiblen Lösung von WAGO.

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    WAGO Technik verbindet SPS mit IT-Welt

    „Für WAGO haben wir uns entscheiden, weil das Unternehmen in der Energietechnik ganz weit vorn ist und beispielsweise schon früh einen für die Anschlussnorm VDE-AR-N 4110 bausteinbasierten EZA-Regler angeboten hat. Mit der Fernwirktechnik von WAGO zum Netzbetreiber können wir bei vielen Netzbetreibern problemlos an den Start gehen“, erläutert Eduard Neumann, Softwareentwickler für den Bereich der Energietechnik bei Schaper. Deswegen umschreibt er die Inbetriebnahme der ersten Fernwirkanlage des Großbatteriespeichers am Herforder Umspannwerk – mittels IEC 60870-5-101 durch den Netzbetreiber – als „recht reibungsfrei“.

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    With WAGO, we can securely and easily connect programmable logic controllers to the IT world.

    Eduard Neumann | Software Developer at Schaper
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    Energiemanagement: erkenntnisreiche Datenflut

    Aus dem Controller WAGO PFC200, dem WAGO Edge Controller und Netzteilen von WAGO erschuf das Team mit eigenen Kräften eine hoch verfügbare Steuer-, Regel- und Datentechnik. Sekündlich werden Werte ausgelesen und visualisiert. „Das ist eine Datenflut, die aber auch sehr aufschlussreich ist – ein absoluter Erkenntnisgewinn und auch notwendig für die Lebenszeitgarantie der Batterien.“ Die SCADA-Anbindung auf Linux®-Basis fürs Energiemanagementsystem hat das Schaper-Team auch selbst realisiert. „Mit WAGO können wir speicherprogrammierbare Steuerungen mit der IT-Welt verbinden – und das sicher und einfach“, fasst Softwareentwickler Eduard Neumann zusammen.

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    Schaper und WAGO: ostwestfälisch verbunden

    Nicht nur technisch, auch fachlich und menschlich ist der Draht zu WAGO gut. „Wir haben direkte Ansprechpartner, zu denen wir einen guten Kontakt pflegen und die relativ prompt reagieren.“ Natürlich sei man aber auch durch die Nähe „ostwestfälisch verbunden“.

    Eine Blaupause für weitere Projekte – gern mit Teamverstärkung

    Mit dem netzdienlichen Großbatteriespeicher ist eine Blaupause für anstehende regionale und überregionale Projekte entstanden. Sven Oberwemmer ist daher auch immer wieder auf der Suche nach engagierten und motivierten Mitstreitern, die an solchen spannenden Projekten des Generalunternehmers Schaper mitwirken möchten. „Fachlich und menschlich können wir im Team Verstärkung gut gebrauchen.“ Das nächste so genannte EPC-Projekt im Zeichen der Energiewende ist nämlich schon in konkreter Planung: Die Mülldeponie in Lübeck auf dem Weg zur Energieautarkie zu begleiten „Wir werden bald die Deponie inselfähig machen“, gibt er einen Einblick. Die Erfahrungen aus dem „Grid Energy Storage“ werden dabei sicherlich hilfreich sein.

    Konstantinos Chatzis, Sales Manager Industry

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