Energieflüsse sichtbar und steuerbar
Was den Neubau besonders macht, ist nicht allein die eingesetzte Technik, sondern die Art und Weise, wie sie zusammenspielt. Herzstück sind 28 Erdsonden, die für die Heizung im Winter sowie für das Free Cooling im Sommer genutzt werden. Dabei ist die präzise Steuerung der Regeneration des Erdsondenfeldes entscheidend, denn nur wenn die Balance stimmt, kann das System effizient arbeiten.
Eine weitere Besonderheit ist die Glasfassade, die auf die Sonneneinstrahlung reagiert und ihre Durchlässigkeit dynamisch anpasst. Dadurch bleiben die Räume hell und die Hitze draussen. Da die Lüftung zudem CO2-geregelt arbeitet und die Luftzufuhr exakt anpasst, entsteht im Zusammenspiel mit Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren ein Klima, das Energie spart und zugleich die Konzentration der Mitarbeitenden fördert. «Schlechte Luft kostet Produktivität», erklärt François Seguin die Idee hinter diesem Ansatz und ergänzt: «Darum war es uns wichtig, dass wir nicht nur die Heiz- und Kühlkreise, sondern die Luftqualität aktiv steuern können.» Möglich wird dies durch eine ausgeklügelte Zuluft-/Abluft-Kaskadierung, die Abweichungen sofort erkennt und ausgleicht.
Im Neubau liefern 1250 Hardware- und 2500 virtuelle Datenpunkte kontinuierlich Informationen, die nicht nur für den laufenden Betrieb genutzt, sondern archiviert und analysiert werden. Damit wird das Gebäude zum lernenden Organismus, der Daten sammelt, Schlüsse zieht und reagiert. Fehler, die früher durch langes Suchen lokalisiert werden mussten, sind nun sofort ersichtlich: «Das Gebäude zeigt uns, was es braucht und wir können darauf reagieren, bevor überhaupt Probleme entstehen», erklärt Thomas Nebl.