Referenz

Gasstation 4.0: TEN modernisiert GDRMA Bodelwitz mit WAGO Technik

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Wenn’s läuft, dann läuft‘s – und trotzdem dürfen Netzbetreiber nicht stehen bleiben. Das zeigen die Thüringer Energienetze (TEN). Aus der Notwendigkeit, ihre Gasstationen zu modernisieren, machen die TEN mit WAGO Technik eine Tugend: Sie schaffen mit Pionierarbeit an der Gasstation Bodelwitz eine Blaupause, die Wirtschaftlichkeit sowie Wartungs- und Betriebseffizienz erhöht – und das nicht zum ersten Mal.

2010 verband TEN als einer der ersten Netzbetreiber eine Gasstation per WAGO Fernwirkcontroller und IEC‑60870‑5‑104 direkt mit der Leitwarte – IP‑basiert und hochverfügbar. 2025 folgt die Modernisierung dieser Technik: Upgrade auf CODESYS V3.5, Migration der Visualisierung auf HTML5, Integration einer eigenen Odorierungssteuerung und Verbesserungen in der Mengenregelung – alles auf WAGO Technik. Ergebnis: ein einheitlicher, zukunftssicherer Standardbaukasten, der Betrieb und Wartung beschleunigt, Kosten senkt und ISMS‑Vorgaben erfüllt.

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Stabilität – schön, aber trügerisch

Treiber dieser konsequenten Weiterentwicklung der Gasdruckregel- und Übergabestation (GDRMA) Bodelwitz ist Martin Seibeck, Monteur Sekundärtechnik Gasanlagen/Biogas/H2 bei TEN. Vor 15 Jahren hatte Ulf Quasnica, sein Mentor bei der heutigen TEN und jetzt im Ruhestand angekommen, genau an diesem Standort etwas getan, was damals nicht üblich war: Klassische Automation mit Fernwirken zu verbinden. Die Anlage lief seitdem störungsfrei. Im Oktober 2025 führt Martin Seibeck dann selbst das Erfolgsprojekt „GDRMA Bodelwitz“ in die nächste Generation „Gasstation 4.0“.

Doch warum, wenn die Anlage doch nie ausfällt? Stabilität verdeckt, dass Support ausläuft, Sicherheitsstandards steigen, Komponenten abgekündigt werden und Know‑how an Schnittstellen gebunden ist. Sie kann dadurch zu einem Risikomodell für Netzbetreiber werden. „Ganz gleich, wie stabil eine Anlage läuft“, sagt Martin Seibecks Kollege Olaf Heinecke, Automatisierungs- und Odorierungsexperte sowie Motor vieler Digitalisierungsprojekte bei TEN, „die Technik bleibt nicht stehen und wir auch nicht.“ So gesehen standen die TEN im Herbst 2025 damit wieder an derselben Stelle wie 2010 – und wieder ging es darum aus „läuft doch, läuft noch besser“ zu machen.

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Ganz gleich, wie stabil eine Anlage läuft die Technik bleibt nicht stehen und wir auch nicht.

Olaf Heinicke
Automatisierungs- und Odorierungsexperte sowie Motor vieler Digitalisierungsprojekte bei TEN

Ertüchtigung wird zur digitalen Transformation

Martin Seibeck fasst zusammen, was jetzt bei Neuplanung, Programmierung und dem Umbau der GDRMA Bodelwitz realisiert wurde: die Umstellung von CODESYS V2.3 auf CODESYS V3.5 sowie eine HTML5‑Visualisierung, die sichere Browserzugriffe ohne Java‑Umwege ermöglicht. Die Odorierungssteuerung wurde vollständig in die WAGO Technik verlagert – inklusive Fernüberwachung, Störanalysen und automatisierten Restart‑Sequenzen.

Die Mengenregelung wurde weiterentwickelt und noch wirtschaftlicher gemacht, und zwar zusammen mit Christoph Schneider, Geschäftsführer der 3S-Systems GmbH, der schon bei der Modernisierung 2010 die Grundbausteine beigesteuert hatte. Die Leitstelle kommuniziert weiterhin über IEC 60870‑5‑104, jetzt aber mit erweitertem Diagnosespektrum. „Neue Meldelisten, eine strukturierte Alarmphilosophie und eine App‑ähnliche Bedienoberfläche erleichtern dem Betrieb die Arbeit“, erklärt Martin Seibeck. Hinzu komme, dass durch eigensichere Module Ex i und konsolidierte Hardware Support‑ und Ersatzteilaufwände deutlich sinken. Moderne Security‑Features und ISMS‑Kompatibilität bringen die neuen WAGO Controller der Serie 750-8212 mit.

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Was Martin Seibeck nüchtern auflistet, hat Bedeutung: Die Modernisierung der GDRMA Bodelwitz war kein Projekt am grünen Tisch, sie fand im echten Netzbetrieb statt – mit echtem Druck, echten Zeitfenstern und echten Risiken. Vorbereitung, Umsetzung und Verantwortung lagen in eigener Hand, der von Martin Seibeck. Sein Plan war ambitioniert, die Erwartungshaltung an ihn hoch: Umbau innerhalb von vier Tagen. Drei Kollegen standen im Feld bereit. Luft für Fehler? Fehlanzeige. „Als wir bei der Inbetriebnahme beispielsweise nicht sofort herausfanden, dass Zählerwerte vertauscht waren, kamen schon Zweifel, ob wir das in dem gesteckten Zeitraum schaffen“, erinnert Martin Seibeck. Doch am vierten Tag lief die neue Fernwirk- und Automatisierungsanlage – und sie lief stabil. „Am Ende war es eine intensive und herausfordernde Arbeitswoche“, sagt der Projektleiter. Doch das Wichtigste daran: „‚Bodelwitz 4.0‘ ist nicht einfach ein Upgrade, sondern die Entstehung eines Templates für 46 weitere Gasstationen.“ Martin Seibeck verfügt damit über einen ganzen Projektordner für Odorierung, Mengenregelung, Heizung, Wetterdaten, Fernwirküberwachung – alles als Bausteine, die künftig für jede Station wiederverwendet werden können.

Bodelwitz 4.0‘ ist nicht einfach ein Upgrade, sondern die Entstehung eines Templates für 46 weitere Gasstationen.

Martin Seibeck
Monteur Sekundärtechnik Gasanlagen/Biogas/H2 bei TEN
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Odorierung, die Kosten spart

Ein besonderes Merkmal dieses Projekts ist, dass das Team um Martin Seibeck und Olaf Heinecke das in die Jahre gekommene separate Odorierungssystem nicht einfach erneuert, sondern eine eigene Odorierungssteuerung in die WAGO SPS integriert haben – nicht leicht, aber lohend. „Mit der vollständigen Integration der Odorierung in unsere WAGO SPS sparen wir Hardware- und Servicekosten – und reduzieren die Vor-Ort-Kontrollen deutlich“, sagt Martin Seibeck. Olaf Heinecke ergänzt: „Durch die vollständige Fernüberwachung sind jetzt nicht mehr monatliche, sondern nur noch halbjährliche Inspektionen notwendig.“

Ausblick: Gas verändert sich – Technik entwickelt sich

Warum auch im Zuge der Energiewende sichere und effiziente Gasinfrastrukturen weiterhin ein wichtiges Thema bleiben? Antwort: die Realität. 2025 heizt jeder zweite Haushalt mit Gas, genauer gesagt mit Erdgas. Aber Martin Seibeck und Olaf Heinecke wissen, dass die Zukunft nicht beim Erdgas endet. Bereits heute speisen einige Biogasanlagen in das TEN-Netz ein. „Biogas wird relevanter, Wasserstoff wird kommen“, sagt Martin Seibeck. „Die Versorgungsnetze wachsen zusammen zu einem Energiesystem. Damit wird Übertragungs‑ und Kommunikationstechnik anspruchsvoller und IT‑Sicherheit nie wieder einfacher.“ Genau deshalb braucht es Projekte wie „Bodelwitz 4.0“ – modern, einheitlich, skalierbar, sicher. Wenig überraschend steht damit für Martin Seibeck, Olaf Heinecke und den Kollegen der TEN jetzt erst einmal der Rollout auf der Agenda.

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Zusammenarbeit auf Augenhöhe

2010, 2025 und dann? Die ganze Entwicklungsgeschichte der Pilotstation GDRMA Bodelwitz zeigt, was entsteht, wenn Pionierarbeit gepaart mit jahrzehntelanger vertrauensvoller und partnerschaftlicher Zusammenarbeit nicht stehen bleibt, sondern zur Strategie wird – und zwar nicht nur technisch, sondern auch menschlich. „Die Zusammenarbeit mit WAGO ist einfach ehrlich“, bringt es Martin Seibeck auf den Punkt. „Fehler passieren“, ergänzt Olaf Heinecke. „Wichtig ist, dass man sich danach in die Augen schauen kann und eine Lösung findet, die alle weiterbringt.“ Diese Haltung auf beiden Seiten ist der Grund, warum die Zusammenarbeit auf Augenhöhe in der Vergangenheit und auch in der Zukunft erfolgreich funktioniert.

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