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Interview 5. September 2018
„Mit Modularisierung den Wettbewerbsstandort Deutschland sichern“

Auf Unternehmen in der Prozessindustrie kommen in Zukunft hohe Hürden zu – Thomas Scherwietes, Leiter EMR-Planung und -Systeme bei Evonik sowie Leiter im Arbeitsfeld 3 „Feldgeräte“ der NAMUR, erläutert, wie der Standort Deutschland wettbewerbsfähig bleiben kann.

Dipl.-Ing. Thomas Scherwietes studierte an der Ruhr-Universität Bochum „Allgemeine Elektrotechnik“ mit dem späteren Schwerpunkt „Regelungstechnik und digitale Signalverarbeitung“. Ab 1991 war er bei der früheren Hartmann & Braun AG als Projektleiter in verschiedenen Prozessleittechnik-Projekten (unter anderem Reinstrumentierung der Transalpinen Ölleitung (TAL)) tätig. Internationale Erfahrungen sammelte er durch seine spätere Mitarbeit bei Technip. Seit 2007 leitet er bei Evonik in der Business-Unit Site-Services am Standort Marl den Bereich EMR-Planung und -Systeme. In der NAMUR ist er Koordinator des Arbeitsfeldes 3 „Feldgeräte“ und leitet als Obmann den Arbeitskreis 1.10 „PLS-Engineering“.

Leiter EMR-Planung und -Systeme bei Evonik und Leiter im Arbeitsfeld 3 „Feldgeräte“ der NAMUR: Thomas Scherwietes.

Welche Herausforderungen müssen Unternehmen der Prozessindustrie Ihrer Meinung nach in den kommenden Jahren meistern, um ihre Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland erhalten zu können?

Thomas Scherwietes: Die Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland ist meiner Meinung nach nur dann zu erhalten, wenn wir weiterhin Wege finden, neue Produkte von hoher Qualität zu wettbewerbsfähigen Kosten in kürzester Zeit marktreif zu entwickeln. Time-to-Market ist hier das alles bestimmende Argument. Die spannende Frage, die uns antreibt, ist entsprechend die Frage, wie wir dieser Anforderung entgegentreten; und der Garant für unseren Erfolg werden die Technologien sein, die uns hierbei unterstützen.

Wie begegnen Sie diesen Herausforderungen bei Evonik – auch oder insbesondere mit Blick auf die Nutzung moderner Technologien und Methoden?

Scherwietes: Bei Evonik begegnen wir diesen Herausforderungen durch eine hohe Bereitschaft, neue Technologien und Methoden unmittelbar in unsere eigenen Engineering-Prozesse zu integrieren. Gerade der Ansatz zur Modularisierung von Anlagen verändert den klassischen Engineering-Prozess gravierend: Wenn wir die Automatisierungstechnik modularer Anlagen auf eine solch einfache Weise gestalten können, dass lediglich durch das Zusammenfügen von Modulen funktionsfähige Produktionsanlagen entstehen, dann lassen wir auch bewusst zu, dass Anlagen vom Betriebspersonal und damit ohne den Automatisierungsspezialisten zusammengefügt werden.

Time-to-Market ist das alles bestimmende Argument.

Thomas Scherwietes

Wie definieren Sie bei Evonik das Thema Asset-Management? Betrachten Sie Asset-Management als zentralen Baustein für die Effizienzsteigerung Ihrer Prozesse?

Scherwietes: Das Thema Asset-Management wird bei Evonik sehr umfassend und damit über den gesamten Asset-Life-Cycle definiert. Oder besser gesagt: Asset-Management ist Bestandteil des Asset-Life-Cycle-Managements. Es beginnt bei der Planung einer neuen Anlage und zieht sich möglichst durchgängig über die Systeme bis zum Rückbau der Anlage. Ziel jeder Anlagenplanung ist, die Elemente des Asset-Life-Cycle-Managements idealerweise bereits bei der Planung zu integrieren. Nur so ist es uns möglich, während der langen Betriebszeit einer Anlage sowohl auf deren Spezifikationen und Planungsdaten zugreifen zu können als auch wiederkehrende Prüfdaten aus dem Instandhaltungsmanagement und damit schlussendlich den Warenstrom der Assets sowie der Edukte und Produkte unserer Anlagen integriert zu betrachten. Damit ist Asset-Management indirekt auch ein Baustein für die Effizienzsteigerung unserer Prozesse, ja.

Evonik und WAGO haben an unterschiedlichsten Stellen gemeinsame Projekte umgesetzt. Welches sind Ihrer Meinung nach die größten Vorteile der WAGO Lösungen?

Scherwietes: Den größten Vorteil der WAGO Lösungen sehen wir darin, dass bei WAGO durch DIMA das Verständnis für modularen Anlagenbau bereits fest verankert ist. WAGO kann hier sehr flexibel auf die Anforderungen reagieren, die aus stark innovativen Projekten mit einem völlig anderen Automatisierungskonzept resultieren.

Ziel jeder Anlagenplanung ist, die Elemente des Asset-Life-Cycle-Managements idealerweise bereits bei der Planung zu integrieren.

Thomas Scherwietes

Welche Bedeutung hat das ORCA-Projekt für Sie ganz persönlich und für Evonik? Und was versprechen Sie sich von der gemeinsamen Arbeit in der ENPRO-Initiative?

Scherwietes: Für mich persönlich bietet das ORCA-Projekt die Möglichkeit, ganz nah an der Entwicklung einer neuen Technologie mitarbeiten zu dürfen, mit der wir die Automatisierungstechnik zukünftig deutlich näher an das Prinzip von Plug & Play heranführen können. Für Evonik bedeutet das ORCA-Projekt, dass wir unserem Streben nach skalierbaren Anlagen einen deutlichen Schritt näher kommen. Der Wunsch nach individuellen Produkten mit kleinen Losgrößen fordert von uns, dass wir unsere Anlagen idealerweise in kürzester Zeit auf neue Produktanforderungen einstellen können. Von unserer Mitarbeit in der ENPRO-Initiative versprechen wir uns maßgeblich den Grundstein für eine neue Technologie legen zu können, die sich dann hoffentlich schnell und erfolgreich am Markt etablieren wird. Die Voraussetzungen stehen hierfür sehr gut, da Vertreter sowohl der Hochschulen, der Hersteller als auch der Prozessindustrie im Projekt ORCA zusammenarbeiten.

Wen sehen Sie neben den aktuellen Akteuren der ENPRO-Initiative noch in der Verantwortung, Ansätze, wie den der Modularisierung, maßgeblich mitzugestalten?

Scherwietes: Neben den Akteuren der ENPRO-Initiative sehe ich ganz allgemein alle Hersteller für Automatisierungstechnik sowie uns Anwender in der Verantwortung dafür, den Grundlagen, die mit der ENPRO-Initiative geschaffen werden, offen gegenüberzustehen und in der Folge an deren Umsetzung mitzuwirken. Daher ist es sehr wichtig, dass wir mit der ENPRO-Initiative Ansätze schaffen, die eine breite Akzeptanz finden. Nur so können sich die Ansätze schnell zu einem zuverlässigen Standard entwickeln. Und nur so lohnt es sich für Hersteller und Anwender, diesen Standard in ihren Produkten umzusetzen. Insbesondere wünschen wir uns, dass auch unsere Package-Unit-Hersteller, die Vorteile des Modularisierungsansatzes erkennen. Damit wir hierdurch sehr bald gemeinsam von einer standardisierten Schnittstelle profitieren können, über die beliebige Package-Unit-Module deutlich schneller und damit kostengünstiger an eine Prozessanlage adaptiert werden können.

Herr Scherwietes, vielen Dank für das Gespräch.

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